Pressemitteilung 02-2009

26.01.2009

 GEW kritisiert geringe Anzahl der Ausbildungsplätze für Lehrer im
 Studienseminar für das Lehramt an Realschulen und Gesamtschulen

 Trotz Lehrermangel erhält nur jeder dritte Bewerber/in einen
 Referendarplatz im Saarland

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, hat anlässlich des aktuellen Einstellungstermins für Referendare im Saarland zum 01. Februar 2009 die Einstellungspolitik der saarländischen Kultusministerin scharf kritisiert. Von insgesamt 80 Bewerberinnen und Bewerbern für einen Referendarplatz haben nur 24 Junglehrer einen Ausbildungsplatz im Studienseminar für das Lehramt Realschule und Gesamtschule erhalten.

GEW Landesvorsitzender Klaus Kessler kritisiert dies mit den Worten: „Wir haben drastischen Lehrermangel im Saarland, insbesondere in den naturwissenschaft-lichen und sprachlichen Fächern. Wenn von den Bewerberinnen und Bewerbern nur ein Drittel einen Ausbildungsplatz im Saarland bekommt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn diese in andere Bundesländer abwandern. Es ist ein Skandal, wie in diesem Land mit dem zukünftigen Lehrernachwuchs umgegangen wird. Seit Jahren reklamieren wir die zu geringe Zahl von Ausbildungsplätzen im Seminar für das Lehramt an Realschulen und Gesamtschulen, ohne dass eine Verbesserung eingetreten ist. Immerhin haben die angehenden Lehrer einen Rechtsanspruch auf einen Referendarplatz, der zwar nicht für die Zeit unmittelbar nach dem ersten Staatsexamen beansprucht werden kann, allerdings bei Zweit- und Drittbewerbungen an Zumutbarkeitsgrenzen stößt. In solchen Fällen war die GEW auch schon in Klageverfahren erfolgreich.“ Die GEW empfiehlt allen abgelehnten Bewerberinnen und Bewerbern eine rechtliche Prüfung des Sachverhaltes und sich gegebenenfalls an die Gewerkschaft zu wenden.

Abschließend fordert der GEW-Chef Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf, bei der Ausbildungsplatzvergabe zwischen den einzelnen Schulformen mehr Gerechtigkeit herzustellen und die Ausbildungskapazitäten an der Anzahl der Schulen und den Schülerzahlen zu orientieren.

„Wenn für den Lehrernachwuchs an den 35 saarländischen Gymnasien, an denen rund 31.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden zum 01. Februar 2009 immerhin 60 neue Referendare eingestellt werden, steht dies in keinem Verhältnis zu den 50 Erweiterten Realschulen und 16 Gesamtschulen des Landes, an denen in diesem Jahr rund 33.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden. Die Ministerin benachteiligt den Ausbildungsbereich der Sekundarstufe I und kommt im Grunde ihrer Verantwortung für die dauerhafte Ausbildung von qualifiziertem Lehrernachwuchs nicht nach“ , sagte dazu GEW-Chef Klaus Kessler wörtlich.

 
 © 2006 Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Saarland  

| Impressum