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Pressemitteilung 03-2009 |
04.02.2009 |
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Gesamtschule
als einzige Schulform mit steigenden Schülerzahlen
GEW kritisiert Benachteiligung der Gesamtschulen durch die
Landes-regierung
Nach einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Landesamtes gehen
die Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Schulen des Saarlandes
insgesamt im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 % zurück. Der Rückgang
verteilt sich auf die einzelnen Schulformen unterschiedlich. Während
an den Grundschulen ein Rückgang von 3,8 % verzeichnet wird, beträgt
der Schülerrückgang an den Erweiterten Realschulen bereits 6 %. Die
Gymnasien haben einen Rückgang von 2 % zu verzeichnen.
Entgegen dem Trend der anderen Schulen stellt das Statistische
Landesamt bei den saarländischen Gesamtschulen (einschließlich dem
Schengen-Lyzeum) einen Schülerzuwachs von 4,6 % fest. Damit sind die
Gesamtschulen zum wiederholten Mal die Gewinner der weiterführenden
Schulen im Wettbewerb um die Schülerinnen und Schüler. Die
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, bewertet diese Entwicklung als einen großen Erfolg der
engagierten Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer an den Gesamtschulen
des Saarlandes. Offensichtlich genießen die Gesamtschulen bei den
Eltern eine hohe Akzeptanz, auch wegen der Integration der drei
Bildungsgänge Hauptschule, Realschule und Gymnasium.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler führt die positive
Schülerzahlentwicklung an den Gesamtschulen auch darauf zurück, dass
dort als Alternative zum G 8 Gymnasium in 9 Jahren das Abitur ohne
Schulformwechsel erreicht werden kann.
Wörtlich sagte dazu der GEW-Chef: „Der Erfolg der Gesamtschulen ist
das Ergebnis der guten Arbeit vor Ort und der vorteilhaften inneren
Struktur der Gesamtschule. Die Eltern bevorzugen zunehmend die
Gesamtschule, da hier der Bildungsweg lange offen bleibt, und die
Kinder nicht schon früh nach Schulformen und Abschlüssen aussortiert
werden. Außerdem verzichtet die Gesamtschule auf das Sitzenbleiben
und fördert die Schüler dadurch besser in einem differenzierten
Kurssystem.“
Scharfe Kritik übt die GEW an der saarländischen Landesregierung,
die die Gesamtschulen im Vergleich zu den anderen Schulformen klar
benachteiligt. Dies betrifft in erster Linie die Klassengrößen, die
Anzahl der Lehrerplanstellen und die Lehrerzuweisung. Mit
durchschnittlich 28 bis 29 Schülerinnen und Schülern haben die
saarländischen Gesamtschulen die größten Klassen aller Schulformen.
Dennoch verweigert die Landesregierung seit Jahren den Gesamtschulen
eine deutliche Erhöhung der Lehrerplanstellen sowie eine bessere
Personalzuweisung durch die Schulreferate.
Auf diese Missstände hat ebenso der Hauptpersonalrat Gesamtschulen
die Ministerin schon mehrfach hingewiesen, ohne eine positive
Reaktion zu erreichen. Inzwischen hat es eine landesweite
Unterschriftenaktion zur dringend notwendigen Verkleinerung der
Klassen an den Gesamtschulen gegeben, an der sich alle Schulen
beteiligt haben. Diese Unterschriften sollen im März der Ministerin
im Rahmen einer landesweiten Protestversammlung der Lehrer
überreicht werden.
Abschließend sagte dazu GEW-Chef Klaus Kessler: „Gesamtschulen im
Saarland sind ein Erfolgsmodell. Trotzdem behandelt die Ministerin
diese Schulform und damit auch deren Schüler, Lehrer und Eltern
schlechter als andere. Es muss endlich Schluss sein mit der
permanenten Benachteiligung der Gesamtschulen und der Missachtung
des Elternwillens nach mehr Gesamtschulen und kleineren Klassen. Wir
werden den öffentlichen Druck zur Verbesserung der Situation
deutlich erhöhen.“

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