Die GEW Saarland hat nach intensiver Beratung auf einem
außerordentlichen Landesausschuss am 8. März 2010 ein umfangreiches
Positionspapier zur Bildungspolitik der neuen Landesregierung mit großer
Mehrheit beschlossen. Sie unterstützt Vorhaben, die zu längerem
gemeinsamen Lernen und damit zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen
können. Dazu zählt die GEW u.a. den Ausbau frühkindlicher Bildung,
kostenfreie Ganztagsschulen, eine später als bisher einsetzende äußere
Fachleistungsdifferenzierung an Gesamtschulen und Maßnahmen zur
Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung.
Die GEW hält den saarländischen Sonderweg, Schulformen in der Verfassung
zu benennen, für einen Hemmschuh der Bildungsreform. Sie unterstützt
eine Verfassungsänderung, bei der alle Schulformen aus der Verfassung
herausgenommen werden, damit neue Möglichkeiten für längeres gemeinsames
Lernen eröffnet werden.
Aus Sicht der GEW finden sich im Koalitionsvertrag aber auch
problematische Aussagen, Maßnahmen und Weichenstellungen, Die Kritik
daran will die GEW auch weiterhin deutlich zum Ausdruck bringen.
Skepsis äußert die GEW zu den vorgesehenen Strukturveränderungen im
Schulwesen. Sie hält die Verlängerung der Grundschulzeit um nur ein Jahr
für unzureichend, zumal bisher kein tragfähiges Konzept vorliegt,
welches die großen Zweifel an einer sinnvollen pädagogischen und
organisatorischen Umsetzung ausräumen könnte. Daher könne die GEW den
Plänen für ein 5. Grundschuljahr derzeit nicht zustimmen.
Die GEW bleibt bei ihrer Ablehnung eines Zwei-Säulen-Modells, weil
dadurch Gymnasien nicht in eine Schulstrukturreform einbezogen werden
und ein gegliedertes Schulsystem auf lange Sicht verfestigt wird.
Aus Anlass des Internationalen Frauentages verwies GEW Chef Balnis
darauf, dass auch im Bildungsbereich viele Frauen in prekären
Beschäftigungsverhältnissen arbeiten - an freiwilligen Ganztagsschulen,
in der Integrationshilfe oder in der Weiterbildung. Er bekräftigte:
„Gute Bildung ist nur mit gut ausgebildeten Fachkräften in gesicherten
Arbeitsverhältnissen mit angemessenen Rahmenbedingungen mit tariflicher
Bezahlung zu haben.“
Das komplette GEW Positionspapier steht
hier zum Download bereit.