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Pressemitteilung 06-2009 |
13.02.2009 |
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GEW
für Weiterentwicklung des gemeinsamen Unterrichtes von behinderten
und nicht behinderten Kindern in Regelschulen
Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, ist der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht
behinderten Kindern und Jugendlichen im Saarland ein Erfolgsmodell.
Dr. Ilka Hoffmann, Mitglied im Geschäftsführenden Landesvorstand der
GEW und Sonderschullehrerin, sagt dazu: „Seit 20 Jahren werden im
Saarland Kinder und Jugendliche mit Behinderungen in Regelschulen
unterrichtet. Für die meisten Regelschulen ist dies zu einer
Selbstverständlichkeit geworden. Sowohl Regelschullehrer als auch
Sonderschullehrer gehen professionell mit der Integration um. Auch
bei den Eltern nicht behinderter Kinder genießt die Integration eine
hohe Akzeptanz, da der gemeinsame Unterricht allen Kindern zugute
kommt.“
Aus Sicht der GEW hängt die Zunahme des sonderpädagogischen
Förderbedarfs im Saarland mit dem gestiegenen Selektionsdruck in den
Schulen und den sich verschlechternden Arbeitsbedingungen der
Lehrkräfte zusammen. Durch eklatante Fehlentscheidungen der
Landesregierung in der Bildungspolitik haben die Lehrkräfte
heutzutage immer weniger Zeit, sich um jeden einzelnen Schüler
kümmern zu können. Große Klassen und eine Zunahme des
Leistungsdrucks führen zudem dazu, dass langsamer lernende Kinder
und schwächere Schülerinnen und Schüler, häufig solche mit
Migrationshintergrund, zurückbleiben und den Anforderungen des
Regelschulsystems nicht mehr gewachsen sind. Insofern ist auch die
Landesregierung für den Anstieg des sonderpädagogischen
Förderbedarfs mit verantwortlich.
Die GEW fordert den Ausbau des integrativen Unterrichtes in den
Regelschulen und eine Weiterentwicklung des Schulsystems zu einem
inklusiven Schulsystem, in dem alle Kinder entsprechend ihrer
Leistungsfähigkeit und Begabung individuell gefördert werden.
Während im Saarland nur etwa 30 % der Kinder und Jugendlichen mit
Behinderungen in Regelschulen unterrichtet werden, sind es
europaweit bereits 70 %. Die Forderung nach einem Ausbau der
integrativen Unterrichtung verknüpft die GEW mit der Forderung nach
besseren Arbeitsbedingungen in den Schulen. Hierzu gehören kleinere
Klassen, ein besserer Personalschlüssel für Integrationsunterricht
sowie eine Herabsetzung der Unterrichtsverpflichtung. Nach wie vor
existiert keine einzige wissenschaftliche Untersuchung, die einen
Vorteil in der Sozial- und Leistungsentwicklung der Schülerinnen und
Schüler durch eine Sonderschule erbracht hat. Aus diesem Grund ist
eine Sonderbeschulung von Kindern mit Migrationshintergrund gerade
im Blick auf deren gesellschaftliche Integration als sehr
problematisch anzusehen.
An die Politik richtet die GEW die Forderung, dass sich sowohl die
Bundesrepublik Deutschland als auch das Saarland eine Umsetzung
völkerrechtlicher Vereinbarungen hinsichtlich der Integration von
Behinderten Menschen im Regelschulsystem sicherstellen soll und
dabei auf verlässliche wissenschaftliche Erkenntnisse
zurückgegriffen werden, anstatt auf pauschalisierte
Allgemeinmeinungen und Vorurteile gegenüber der Integration von
behinderten Kindern.
Abschließend sagte dazu GEW-Vorstandsmitglied Dr. Ilka Hoffmann: „Im
gemeinsamen Unterricht sieht die GEW die Chance, dass auch nicht
behinderte Kinder und Jugendliche, im Gegensatz zu ihrer
„Elterngeneration“, einen offenen und unverkrampften Umgang mit
behinderten Kindern in der Schule lernen können.“

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