GEW hält
veränderte Stundentafel für einen gangbaren Weg
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, hatte in ihrer Stellungnahme die Überarbeitung der
Stundentafel des achtjährigen Gymnasiums grundsätzlich begrüßt, weil sie
zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Gesamtstunden insbesondere in
den Kernfächern führt, die Chancengleichheit der Schüler unabhängig von
der Zweigwahl im Kernfach Mathematik für die GOS besser gewährleistet,
einstündige Fächer abschafft und eine Klassenleiterstunde einführt. Die
von der GEW geäußerten Bedenken und vorgebrachten
Verbesserungsvorschläge wurden zwischenzeitlich vom Bildungsministerium
aufgegriffen. GEW Landesvorsitzender Peter Balnis: „Die vorliegende
Veränderung der Stundentafel ist ein gangbarer Weg, um im Rahmen der
gegebenen Möglichkeiten Belastungen gleichmäßiger zu verteilen und die
Unterrichtsqualität zu sichern.“
Die von verschiedenen Gruppen geäußerte Kritik zum Unterrichtsumfang
einzelner Fächer hält Balnis im einzelnen für durchaus nachvollziehbar.
Es gäbe darüber hinaus berechtige Gründe, neue Fächer einzuführen, weil
wichtige Wissensgebiete wie z.B. Rechtsprechung, Psychologie, Wirtschaft
und mediale Kommunikation nicht als allgemeinbildende Schulfächer
gelten. „Allerdings ist es unter den gegebenen Bedingungen wohl kaum
möglich, die verschiedenen fachlich begründeten Einwände zu einer für
alle zufriedenstellenden Stundentafel zusammen zu fassen.“
Die von der SPD-Landtagsfraktion geplante Anhörung sei dann sinnvoll,
wenn es darum gehe zu klären, was heute zur Allgemeinbildung gehört und
welche Schlussfolgerungen sich daraus für eine grundlegende Fächer- und
Lehrplanrevision ergäben. Dies gehe aber über die geplante Änderung der
Stundentafel weit hinaus und braucht eine breite Diskussion mit
LehrerInnen, SchülerInnen, Eltern und gesellschaftlichen Gruppen und
Institutionen, die aus Sicht der GEW auch dringend notwendig ist,
allerdings auch ihre Zeit braucht. Dies ist mit der jetzt vorliegenden
Änderung der Stundentafel sicher nicht zu leisten.
Kritisch anzumerken ist aus Sicht der GEW, dass das Bildungsministerium
auch unter neuer Leitung nicht von seinem bisherigen Brauch abgewichen
ist, wichtige Veränderungen unmittelbar vor den Schulferien nach einer
äußerst knappen Anhörungszeit durchzuziehen.