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Pressemitteilung 13-2009 |
07.04.2009 |
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GEW
befürchtet Nachteile für doppelten Abiturjahrgang G8/G9
Land schlecht vorbereitet - Runder Tisch gefordert
Am Ende dieses Schuljahres wird die doppelte Anzahl an Abiturienten
auf den Ausbildungsmarkt und die Hochschulen des Saarlandes drängen.
Es handelt sich um den letzten Jahrgang des neunjährigen Gymnasiums,
der gleichzeitig mit dem ersten Jahrgang des achtjährigen Gymnasiums
das Abitur im Saarland ablegen wird. Statt bisher rund 3.000
Abiturienten werden dann knapp 6.000 Abiturienten und
Abiturientinnen entweder einen Ausbildungsplatz oder einen
Studienplatz suchen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, befürchtet, dass sich angesichts dieser hohen Zahl im
Saarland Engpässe am Ausbildungsstellenmarkt ebenso auch an den
saarländischen Hochschulen ergeben werden. Nach Auffassung von
GEW-Landeschef Klaus Kessler ist das Land nur unzureichend auf den
großen Ansturm der Abiturientenzahl vorbereitet. In den
Zielvereinbarungen zwischen der Landesregierung, der Universität des
Saarlandes und der Hochschule für Technik und Wirtschaft sind zwar
für den Zeitraum von 2007 bis 2010 insgesamt 1.450 zusätzliche
Studienplätze vorgesehen. Bei genauerer Analyse aber erweist sich
diese Zahl bezogen auf das Jahr 2009 als völlig unzureichend. An der
Universität des Saarlandes sind für dieses Jahr lediglich 360
zusätzliche Plätze für Studienanfängerinnen und -anfänger geplant,
eine Größenordnung, die in keinem Verhältnis zu dem erwarteten
Ansturm von Abiturienten steht.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler sagt dazu: „Wenn allein von den
6.000 Abiturienten 4.000 im Land bleiben wollen und davon lediglich
die Hälfte ein Studium anstrebt, bräuchten wir schon für dieses Jahr
2.000 zusätzliche Studienplätze, die nirgendwo in Sicht sind. Ich
befürchtet eine Abwanderungswelle von jungen Menschen aus dem
Saarland in andere Bundesländer in größerem Umfang. Die
Landesregierung hat schlecht vorgesorgt, um dieser negativen
Entwicklung vorzubeugen und verstärkt dadurch noch die
Abwanderungsquote von jungen Menschen aus dem Saarland, die ohnehin
weit größer ist als die in anderen Bundesländern. Auch die
saarländische Wirtschaft hält sich relativ bedeckt mit den Aussagen
über die Bereitstellung von zusätzlichen Ausbildungsplätzen für
Abiturienten. Konkrete Zahlen werden hier nicht genannt. Stattdessen
werden wage Formulierungen zur Verstärkung von Bemühungen gewählt.
Ein besonderes Problem erwächst auch dadurch, dass durch die Suche
von Abiturienten nach Ausbildungsplätzen ein Verdrängungswettbewerb
für Lehrstellensuchende mit einem mittleren Schulabschluss oder
einem Hauptschulabschluss entsteht. So werden auch Schüler/innen,
die kein Abitur haben und sich um eine Lehrstelle bemühen unter dem
doppelten Abiturjahrgang zu leiden haben.“
Die GEW fordert die Landesregierung auf, einen Runden Tisch
einzurichten, damit die Situation des doppelten Abiturjahrgangs
besser bewältigt werden kann. Teilnehmen sollen die Hochschulen des
Saarlandes, die Kammern und Gewerkschaften mit dem Ziel ein
konkretes Maßnahmenpaket zu entwickeln, um dem großen Ansturm der
Abiturienten in diesem Jahr qualitativ und quantitativ gerecht zu
werden und darüber hinaus Benachteiligungen für Nichtabiturienten zu
vermeiden.
Angesichts der Wirtschaftskrise und der Zunahme von Kurzarbeit im
Saarland befürchtet die GEW noch eine Zuspitzung der Situation, so
dass sich ein dringender Handlungsbedarf ergibt.

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