GEW begrüßt
Gebührenfreiheit und kritisiert Beschäftigungsbedingungen
an „freiwilligen Ganztagsschulen“
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, hat gegenüber dem Bildungsministerium eine detaillierte
Stellungnahme zum Förderprogramm freiwillige Ganztagsschule abgegeben.
Sie begrüßt darin den Wegfall von Elternbeiträgen für die sog.
„freiwillige Ganztagsschule“ als einen Schritt zu sozialer
Gerechtigkeit. GEW Landesvorsitzender Peter Balnis sagte dazu: „Wir
wissen die Übernahme der Kosten durch die Landesregierung in Zeiten
schwieriger Haushaltslage besonders zu schätzen. Die GEW hält den
Übergang zu einem konsistenten System ganztägiger Bildung, Erziehung und
Betreuung in öffentlicher Verantwortung für eine dringend notwendige,
längst überfällige Bildungsreform. Schritte, die in diese Richtung
gegangen werden, finden die Unterstützung der GEW.“
Die GEW favorisiert das Modell einer Ganztagsschule in verbindlicher
Form, bei der alle Kinder gemeinsam den ganzen Tag zur Schule gehen, und
fordert deshalb, vorrangig „echte“ Ganztagsschulen auszubauen.
Die GEW hat das Förderprogramm freiwillige Ganztagsschule in der
Vergangenheit als „Etikettenschwindel“ kritisiert, weil es sich bei den
sog. Freiwilligen Ganztagsschulen im Kern um Halbtagsschulen mit
angehängtem nachmittäglichem Betreuungsangebot für einige Kinder
handelt. Diese grundsätzliche Kritik trifft auch auf das neu vorliegende
Förderprogramm „Freiwillige Ganztagsschule 2010“ zu. Deshalb fordert die
GEW, den Begriff freiwillige Ganztagsschule“ durchgängig durch den
treffenderen Begriff „Schule mit Nachmittagsangeboten“ zu ersetzen.
Kritisch bewertet die GEW die Beschäftigungsbedingungen des Personals an
„freiwilligen Ganztagsschulen“. Die neuen Finanzierungsgrundlagen
bringen zusätzliche Unsicherheit in die Beschäftigungsbedingungen, weil
sie zu unkalkulierbar wechselndem Beschäftigungsumfang oder zu
schwankender Bezahlung führen kann. Deshalb fordert die GEW eine
verlässliche Projektförderung anstatt schwankender
Personalkostenzuschüsse.
Peter Balnis: „Hier ist ein Arbeitsfeld entstanden, in dem sich prekäre
Beschäftigungsverhältnisse weiter ausdehnen. Die Arbeitsplätze für
sozialpädagogisches Fachpersonal an freiwilligen Ganztagsschulen sind so
gestaltet, dass es schwer fallen dürfte, im erforderlichen Umfang
qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Das Arbeitsfeld muss generell
attraktiver werden, damit sich genügend qualifizierte Fachkräfte
bewerben.“
Die komplette Stellungnahme finden sie auf der Website der GEW Saarland.