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Pressemitteilung 13-2010

27.05.2010



 GEW begrüßt Gebührenfreiheit und kritisiert Beschäftigungsbedingungen
 an „freiwilligen Ganztagsschulen“ 

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, hat gegenüber dem Bildungsministerium eine detaillierte Stellungnahme zum Förderprogramm freiwillige Ganztagsschule abgegeben. Sie begrüßt darin den Wegfall von Elternbeiträgen für die sog. „freiwillige Ganztagsschule“ als einen Schritt zu sozialer Gerechtigkeit. GEW Landesvorsitzender Peter Balnis sagte dazu: „Wir wissen die Übernahme der Kosten durch die Landesregierung in Zeiten schwieriger Haushaltslage besonders zu schätzen. Die GEW hält den Übergang zu einem konsistenten System ganztägiger Bildung, Erziehung und Betreuung in öffentlicher Verantwortung für eine dringend notwendige, längst überfällige Bildungsreform. Schritte, die in diese Richtung gegangen werden, finden die Unterstützung der GEW.“

Die GEW favorisiert das Modell einer Ganztagsschule in verbindlicher Form, bei der alle Kinder gemeinsam den ganzen Tag zur Schule gehen, und fordert deshalb, vorrangig „echte“ Ganztagsschulen auszubauen.

Die GEW hat das Förderprogramm freiwillige Ganztagsschule in der Vergangenheit als „Etikettenschwindel“ kritisiert, weil es sich bei den sog. Freiwilligen Ganztagsschulen im Kern um Halbtagsschulen mit angehängtem nachmittäglichem Betreuungsangebot für einige Kinder handelt. Diese grundsätzliche Kritik trifft auch auf das neu vorliegende Förderprogramm „Freiwillige Ganztagsschule 2010“ zu. Deshalb fordert die GEW, den Begriff freiwillige Ganztagsschule“ durchgängig durch den treffenderen Begriff „Schule mit Nachmittagsangeboten“ zu ersetzen.

Kritisch bewertet die GEW die Beschäftigungsbedingungen des Personals an „freiwilligen Ganztagsschulen“. Die neuen Finanzierungsgrundlagen bringen zusätzliche Unsicherheit in die Beschäftigungsbedingungen, weil sie zu unkalkulierbar wechselndem Beschäftigungsumfang oder zu schwankender Bezahlung führen kann. Deshalb fordert die GEW eine verlässliche Projektförderung anstatt schwankender Personalkostenzuschüsse.

Peter Balnis: „Hier ist ein Arbeitsfeld entstanden, in dem sich prekäre Beschäftigungsverhältnisse weiter ausdehnen. Die Arbeitsplätze für sozialpädagogisches Fachpersonal an freiwilligen Ganztagsschulen sind so gestaltet, dass es schwer fallen dürfte, im erforderlichen Umfang qualifiziertes Fachpersonal zu finden. Das Arbeitsfeld muss generell attraktiver werden, damit sich genügend qualifizierte Fachkräfte bewerben.“

Die komplette Stellungnahme finden sie auf der Website der GEW Saarland.

 
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