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Pressemitteilung 14-2010

28.05.2010



 GEW fordert mehr Ausbildungsplätze anstelle demotivierender 
 Warteschleifen 

Der am 20.05.2010 zwischen der saarländischen Wirtschaft, der saarländischen Landesregierung und der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit abgeschlossene Ausbildungspakt veranlasst die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, zu einigen Punkten Stellung zu beziehen.

Der jetzt im Saarland sichtbar werdende Fachkräftemangel ist nach Auffassung der Gewerkschaften nicht plötzlich aufgetreten, sondern seit langem absehbar gewesen. Seit Jahren ist in den Medien von „nicht ausbildungsfähigen Jugendlichen“ die Rede, um von fehlenden Ausbildungsplätzen abzulenken und demotivierende Warteschleifen zu rechtfertigen.

Das Ziel des Ausbildungspaktes, Jugendliche ohne Umwege in eine Berufsausbildung zu bringen, wird von der GEW ausdrücklich begrüßt. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Schulabgänger mit Hauptschulabschluss im direkten Anschluss an ihre Schulzeit kaum noch eine Ausbildungsstelle bekommen“, so der GEW Landesvorsitzende Peter Balnis. „Die Zahl der ausbildungsbereiten Betriebe muss deutlich erhöht werden. Es muss aber auch sichergestellt werden, dass die angebotenen Ausbildungsplätze den Qualitätsstandards entsprechen“ so Peter Balnis weiter.

Die GEW unterstützt den Bildungsminister bei seinem Vorhaben, Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen Berufs- oder Studienwahl zu verhelfen. „Jugendliche brauchen eine verstärkte Berufs- und Lebensorientierung ab der Klassenstufe 7 in allen Schulformen“, so Klaus Graus, Vorsitzender der Fachgruppe Berufliche Schulen der GEW. „Diese Berufsorientierung muss Schüler dazu befähigen, selbstständig ihren Berufs- und Lebensweg zu planen. Zur Unterstützung brauchen sie dabei auch eine Kooperation mit den Berufsbildungszentren, den regionalen Betrieben und den Gewerkschaften als Arbeitnehmervertretern.“

Positiv bewertet die GEW die mit dem Ausbildungspakt verkündete Absicht, auch Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf die Chance auf einen Ausbildungsplatz zu eröffnen. Dazu müssen entsprechende Förder- und Betreuungsmöglichkeiten bereitgestellt werden.

„Wenn mehr Schulabgänger direkt in eine Berufsausbildung münden, anstatt ihre Zeit in demotivierenden Warteschleifen an beruflichen Vollzeitschulen zu verbringen, werden die beruflichen Perspektiven der Jugendlichen deutlich verbessert“, so Peter Balnis. „Außerdem werden personelle Ressourcen frei, mit denen eine Gleichwertigkeit allgemeiner und beruflicher Bildung umgesetzt werden kann.“

 
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