GEW fordert mehr
Ausbildungsplätze anstelle demotivierender
Warteschleifen
Der am 20.05.2010 zwischen der saarländischen Wirtschaft, der
saarländischen Landesregierung und der Regionaldirektion
Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit abgeschlossene
Ausbildungspakt veranlasst die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
(GEW), Landesverband Saarland, zu einigen Punkten Stellung zu beziehen.
Der jetzt im Saarland sichtbar werdende Fachkräftemangel ist nach
Auffassung der Gewerkschaften nicht plötzlich aufgetreten, sondern seit
langem absehbar gewesen. Seit Jahren ist in den Medien von „nicht
ausbildungsfähigen Jugendlichen“ die Rede, um von fehlenden
Ausbildungsplätzen abzulenken und demotivierende Warteschleifen zu
rechtfertigen.
Das Ziel des Ausbildungspaktes, Jugendliche ohne Umwege in eine
Berufsausbildung zu bringen, wird von der GEW ausdrücklich begrüßt. „Es
ist nicht hinnehmbar, dass Schulabgänger mit Hauptschulabschluss im
direkten Anschluss an ihre Schulzeit kaum noch eine Ausbildungsstelle
bekommen“, so der GEW Landesvorsitzende Peter Balnis. „Die Zahl der
ausbildungsbereiten Betriebe muss deutlich erhöht werden. Es muss aber
auch sichergestellt werden, dass die angebotenen Ausbildungsplätze den
Qualitätsstandards entsprechen“ so Peter Balnis weiter.
Die GEW unterstützt den Bildungsminister bei seinem Vorhaben,
Jugendlichen zu einer eigenverantwortlichen Berufs- oder Studienwahl zu
verhelfen. „Jugendliche brauchen eine verstärkte Berufs- und
Lebensorientierung ab der Klassenstufe 7 in allen Schulformen“, so Klaus
Graus, Vorsitzender der Fachgruppe Berufliche Schulen der GEW. „Diese
Berufsorientierung muss Schüler dazu befähigen, selbstständig ihren
Berufs- und Lebensweg zu planen. Zur Unterstützung brauchen sie dabei
auch eine Kooperation mit den Berufsbildungszentren, den regionalen
Betrieben und den Gewerkschaften als Arbeitnehmervertretern.“
Positiv bewertet die GEW die mit dem Ausbildungspakt verkündete Absicht,
auch Jugendlichen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf die Chance auf einen
Ausbildungsplatz zu eröffnen. Dazu müssen entsprechende Förder- und
Betreuungsmöglichkeiten bereitgestellt werden.
„Wenn mehr Schulabgänger direkt in eine Berufsausbildung münden, anstatt
ihre Zeit in demotivierenden Warteschleifen an beruflichen
Vollzeitschulen zu verbringen, werden die beruflichen Perspektiven der
Jugendlichen deutlich verbessert“, so Peter Balnis. „Außerdem werden
personelle Ressourcen frei, mit denen eine Gleichwertigkeit allgemeiner
und beruflicher Bildung umgesetzt werden kann.“