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Pressemitteilung 17-2009 |
25.05.2009 |
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GEW
lehnt neues Schulfach ,,Lebenskompetenz" ab
Die Einführung eines neuen Schulfaches „Lebenskompetenz“, wie sie
von der SPD-Saar im Falle einer Regierungsübernahme nach der
Landtagswahl ins Gespräch gebracht worden ist, wird von der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, abgelehnt. Die GEW bezweifelt, dass die richtigen Ziele
eines solchen Modellprojektes wie die Stärkung der Persönlichkeit
junger Menschen und die Vermittlung emotionaler und sozialer
Kompetenzen durch die Einrichtung eines eigenen Schulfaches als
Wahlfach erreichbar sind. Dazu sagt GEW-Landesvorsitzender Klaus
Kessler: „Wir brauchen eine neue Lehr- und Lernkultur in unseren
Schulen insgesamt, um verstärkt Werte wie Respekt, Vertrauen und
Selbstbewusstsein zu fördern. Dies muss für alle Fächer und für alle
Schülerinnen und Schüler gelten. Wenn nur wenige Schüler im Rahmen
eines Wahlfaches so etwas wie „Lebenskompetenz“ wählen können, geht
das an der Notwendigkeit einer grundlegenden inhaltlichen Reform
aller Fächer, in die auch die Lehrplanarbeit einbezogen werden muss,
ziemlich vorbei. So erhält das neue Wahlfach eher den Status eines
Orchideenfaches und wird dadurch nicht unseren Vorstellungen von
einem ganzheitlichen Lehr- und Lernkonzept gerecht.“
Für die GEW sind Forderungen nach zusätzlichen Unterrichtsfächern,
wie z.B. Gesundheits- und Ernährungserziehung, Medien- und
Umwelterziehung nichts Neues. Sie sind allesamt ernst zu nehmen,
signalisieren sie doch den dringenden Veränderungs- und
Diskussionsbedarf des traditionellen schulischen Fächerkanons, der
überarbeitet werden muss.
Hierzu fordert die GEW eine umfassende Revision der Fachlehrpläne,
die stärker auf die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen
ausgerichtet werden und ebenso eine größere fächerübergreifende
Verknüpfung erfahren müssen. Dazu sagte der GEW-Chef wörtlich:
„Anstatt neue Fächer einzuführen, brauchen wir eine Reform der
bestehenden Fächer im Sinne von fächerübergreifendem Unterricht und
einer stärkeren Kompetenzorientierung und Lebensweltausrichtung.“
Abschließend fordert die GEW, dass den Schulen zur Umsetzung von
übergeordneten Lernzielen mehr Zeit zur Verfügung gestellt wird.
Dazu sind echte qualitätsvolle Ganztagsschulen erforderlich. Im
Rahmen des bestehenden Halbtagsschulsystems mit einer großen
Verdichtung von Fachstunden im engen Korsett der üblichen
Stundenpläne, können Pädagogen kaum erzieherisch wirken.

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