Im Rahmen der Bildungsstreik-Woche, die Studierende, Schülerinnen
und Schüler bundesweit durchführen, findet am Mittwoch, dem
17.06.2009, in Saarbrücken eine Großdemonstration statt, die von der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, unterstützt wird. Beginn der Demonstration ist um 16.00
Uhr am St. Johanner Markt in Saarbrücken.
Für die GEW ist es höchste Zeit für eine Kehrtwende in der
Bildungspolitik im Saarland. „Wir brauchen mehr Gerechtigkeit in der
Bildung, um eine zunehmende soziale Spaltung in der Gesellschaft zu
verhindern“, sagte GEW-Vorsitzender Klaus Kessler.
Die GEW kritisiert die chronische Unterfinanzierung des
Bildungswesens und die Zunahme der privat zu finanzierenden
Bildungskosten der Bürgerinnen und Bürger. Sie unterstützt dabei die
Proteste der Studierenden gegen die eingeführten Studiengebühren,
die letztendlich dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler von
einem Universitätsstudium abgehalten werden oder Studierende durch
die Notwendigkeit, während des Studiums zu jobben, ihr Studium
deutlich verlängern müssen.
Weiterhin kritisiert die GEW die Einführung des 8-jährigen
Gymnasiums im Saarland (G 8), das neben einer stärkeren Belastung
von Lehrkräften und Schülern und einer Zunahme von Stress in der
Schule zu einer sichtbaren Erhöhung der Anzahl der
Nachhilfeinstitute im Saarland geführt hat.
Die GEW fordert die teilnehmenden Studierenden, Schülerinnen und
Schüler dazu auf, deutlich ihren Protest gegen die herrschende
Bildungspolitik zum Ausdruck zu bringen und Gemeinsamkeit zur
Verbesserung der Situation zu demonstrieren.
GEW-Chef Klaus Kessler sagt dazu: „Es ist höchste Zeit für eine
gemeinsame Protestbewegung in diesem Land, an der sich Studierende,
Schüler, Lehrkräfte, Pädagogen, Wissenschaftler und Eltern
beteiligen, um der Politik zu zeigen, dass wir an einem Strang
ziehen, wenn es um Verbesserungen in der Bildungspolitik geht. Wir
wollen keine kurzfristigen Reparaturmaßnahmen der Landesregierung,
sondern nachhaltige Reformen für mehr Gerechtigkeit und mehr Bildung
für alle. Und diese Bildung darf nicht vom Geldbeutet der Eltern
abhängig sein.“
Zur Verbesserung der Situation fordert die GEW eine deutliche
Aufstockung der Bildungsinvestitionen im Landeshaushalt. Dazu ist es
erforderlich, den derzeitigen Anteil von nur knapp 22 % am
Gesamtetat auf der Basis eines mehrjährigen Stufenplans bis auf 30 %
anzuheben, um Anschluss an die Standards anderer Länder zu finden.beteiligen.