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Pressemitteilung 21-2009 |
24.06.2009 |
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GEW
kritisiert Saar-Wirtschaft
Auf massive Kritik der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
(GEW), Landesverband Saarland, sind die Forderungen der
Saar-Wirtschaft gestoßen, im Beamtenbereich des Landes „harte und
schmerzhafte Einschnitte“ (SZ vom 24.06.09) vorzunehmen. Aus Sicht
der GEW ist davon in erster Linie die saarländische Lehrerschaft und
der Bildungsbereich betroffen, der den weitaus größten Posten der
Personalausgaben des Landes ausmacht.
Die GEW wirft den Vertretern der Saar-Wirtschaft – IHK-Präsident
Richard Weber, HWK-Präsident Hans-Alois Kirf sowie dem
VSU-Präsidenten Georg Weisweiler – Unglaubwürdigkeit in der
Bildungspolitik vor. Einerseits beklagen sich die
Wirtschaftsvertreter ständig über angeblich mangelhafte Leistungen
der jugendlichen Schulabgänger, andererseits sehen sie aber nicht
ein, dass es notwendig ist, mehr Mittel in die Bildung - das sind
auch Personalkosten – zu investieren. Insofern sind die Forderungen
der Wirtschaftsvertreter nach drastischen Spaßmaßnahmen im
Beamtenbereich des Landes im Grunde unvereinbar mit deren
Vorstellungen zur Verbesserung der Bildungsqualität im Saarland,
z.B. durch eine bessere frühkindliche Bildung sowie die Einführung
von Ganztagsschulen.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler sagt dazu: „Den Herren ist
offensichtlich nicht bekannt, dass das Saarland bei den
Bildungsinvestitionen im Vergleich der übrigen Bundesländer den
letzten Rangplatz einnimmt. Die Personalausgaben des Saarlandes
liegen mit 4.300 Euro pro Haushaltsjahr und Schüler deutlich unter
dem Bundesdurchschnitt von 4.900 Euro und müssen anstatt gekürzt
schrittweise erhöht werden. Das Saarland hat bundesweit die größten
Klassenstärken und die schlechteste Schüler-Lehrer-Relation, hinzu
kommen zu wenige Schulabgänger mit mittlerem und höherem
Schulabschluss sowie das absolut unzureichende Angebot an echten
Ganztagsschulen. Die Sparvorschläge der Wirtschaftsvertreter sind
kontraproduktiv, sie führen das Saarland im Bildungsbereich ins
absolute Abseits und schaden dem Land massiv. Anstatt weiterhin
solch einen Unsinn zu verzapfen, sollten sie besser ihre
Anstrengungen verstärken, jungendlichen Schulabgängern ein
auswahlfähiges Angebot an Lehrstellen zur Verfügung zu stellen. Bis
heute fehlen verbindliche Zusagen zur Erhöhung der Zahl der
Ausbildungsplätze für den doppelten Abiturjahrgang G 8 und G 9.“
Abschließend verweist die GEW darauf, dass der Anteil der
Bildungsausgaben des Landes am Gesamtetat mit einer Quote von knapp
21 % in den letzten 10 Jahren noch nicht einmal gestiegen ist, d.h.
das Saarland hat keine besonderen Investitionen in die Bildung
vorgenommen, obwohl hier dringender Handlungsbedarf besteht.
Die GEW fordert eine Anhebung der Bildungsinvestitionen im Rahmen
eines Stufenplanes in den nächsten 10 Jahren auf bis zu 33 % des
Gesamtetats. Um dies zu erreichen, muss bei Einführung einer
Schuldenbremse der Bildungsbereich komplett ausgenommen werden.

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