GEW:
Aufwertung der dualen Berufsausbildung durch Hochschulreife ist ein
richtiger Schritt
Die Fachgruppe Berufliche Schulen der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, begrüßt den Vorschlag des
Handwerkskammerpräsidenten Hans-Alois Kirft (SZ vom 14.12.11), jungen
Auszubildenden durch spezielle Zusatzangebote während der dualen
Ausbildung den Erwerb der Hochschulreife zu ermöglichen.
Damit macht der Handwerkspräsident einen Vorschlag, der von der GEW
schon seit langer Zeit gefordert wird. „Die Gleichwertigkeit von
allgemeiner und beruflicher Bildung ist ein besonderes Anliegen der GEW“
so Klaus Graus, Vorsitzender der Fachgruppe Berufliche Schulen der GEW
„und die Vermittlung von Studierfähigkeit im Rahmen der dualen
Ausbildung ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Gleichwertigkeit.
Ein solches Angebot würde die Attraktivität einer dualen Ausbildung für
Jugendliche steigern.“
Dabei geht es nicht nur darum, qualifizierten Nachwuchs für
Führungspositionen im Handwerk zu rekrutieren sondern auch darum, jungen
Menschen neue Bildungswege zu eröffnen. Damit kann die Durchlässigkeit
des beruflichen Bildungsweges deutlich verbessert werden.
Die saarländische Landesregierung hat die Gleichwertigkeit von
beruflicher und allgemeiner Bildung zu ihrem Ziel erklärt. Der Vorschlag
der Handwerkskammer ist ein wegweisender Vorschlag dazu. „Kontraproduktiv
dazu ist“, so der saarländische GEW-Landesvorsitzende Peter Balnis,
„dass Bildungsminister Klaus Kessler der KMK-Entscheidung zustimmt, das
Abitur im Rahmen des Deutschen Qualifikationsrahmens höher zu bewerten
als eine 3,5-jährige Berufsausbildung.“