Die GEW Saarland

Aktuelles

Service

Kontakt

Archiv

 
 
 
Aktuelle Themen
Termine
Pressemitteilungen
Informationen
Stellungnahmen
Links
   
   
   
 

Pressemitteilung 22-2009

26.06.2009

 Nachspiel zur Schülerdemonstration in Saarlouis 
 GEW fordert: Entschuldigungen müssen akzeptiert werden

Am Mittwoch der vergangenen Woche (17.06.09) fand im Rahmen eines bundesweiten „Bildungsstreiks“ in Saarlouis eine große Schülerdemonstration statt, an der rund 800 Schülerinnen und Schüler aus den drei Saarlouier Gymnasien, sowie dem Gymnasium Dillingen teilnahmen. Die Protestaktion wurde am Vormittag während der Unterrichtszeit ab 10.00 Uhr durchgeführt, etwa gegen 11.00 Uhr fand eine Kundgebung auf dem Kleinen Markt in Saarlouis statt. Die Proteste der Schülerinnen und Schüler richteten sich gegen die Schulzeitverkürzung am Gymnasium und die negativen Auswirkungen des G8.

An der Demonstration nahmen Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen der Gymnasien teil. Wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, jetzt mitteilt, haben zahlreiche Schülerinnen und Schüler mit Nachteilen wegen der Teilnahme an dieser Demonstration zu rechnen, da ihnen mitgeteilt worden ist, dass eigene Entschuldigungen sowie die der Eltern zum Unterrichtsversäumnis wegen der Teilnahme an der Demonstration nicht in jedem Fall anerkannt werden.

Nach Informationen der GEW gibt es seitens der Schulleitungen der Gymnasien keine einheitliche Vorgehensweise. Während an einem Gymnasium Entschuldigungen für die Teilnahme an der Demonstration akzeptiert werden, wird an einem anderen Gymnasium eine harte Linie gefahren und den Schülerinnen und Schülern mitgeteilt, dass solche Entschuldigungen in keinem Fall akzeptiert werden. In einem weiteren Fall werden nur Entschuldigungen für Oberstufenschüler akzeptiert, Elternentschuldigungen für Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe aber nicht.

GEW-Vorsitzender Klaus Kessler kritisiert den Sachverhalt mit den Worten: „Wenn Schüler sich trauen, in eigener Sache auf die Straße zu gehen und ihren Unmut gegenüber dem G8 zum Ausdruck bringen, ist dies grundsätzlich zu begrüßen. Gerade in einer Zeit der allgemeinen Politikverdrossenheit sollten wir doch froh sein, wenn junge Menschen von ihrem Demonstrationsrecht Gebrauch machen. Dass sie dies in der Unterrichtszeit tun und somit bewusst einen Regelverstoß in Kauf nehmen, zeugt von Mut und Zivilcourage. Dies sind eigentlich Werte, die in der Schule gefördert werden müssen. Wenn die Eltern dieser Schülerinnen und Schüler nun Entschuldigungen ausstellen für die Unterrichtsversäumnisse, dann sind diese, unabhängig vom Alter der Schüler, auch zu akzeptieren. Das Eintragen von unentschuldigten Fehlstunden kann nur bei denjenigen akzeptiert werden, die keine Entschuldigungen vorlegen. Besonders problematisch finde ich es, dass eine Schulleiterin schon vor der Demonstration per Mikrofondurchsage die Teilnahme an der Aktion verboten hat und dadurch versuchte, die Schülerinnen und Schüler einzuschüchtern. Das Demonstrationsrecht ist in unserer Demokratie ein hohes Gut und muss auch für Schülerinnen und Schüler uneingeschränkt gelten. Schule soll nicht zu Untertanen erziehen, sondern zu aufrechten und mündigen Demokraten.“

Die GEW fordert Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dazu auf, für eine einheitliche rechtliche Handhabung der Unterrichtsversäumnisse zu sorgen und in jedem Fall alle Entschuldigungen für die Teilnahme an der Demonstration als entschuldigte Fehlstunden zu werten.

 
  © 2011 Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Saarland

| Impressum