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Pressemitteilung 26-2009

17.07.2009



 GEW gegen Bätzing-Forderung für neues Schulfach
 
 Lebensnähere Lehrpläne und echte Ganztagsschulen gefordert

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, hat die Forderung der Bundesdrogenbeauftragten, Sabine Bätzing, nach Einführung eines eigenen Schulfaches gegen Alkohol-Missbrauch zurückgewiesen. Das Ziel, in der Schule mehr Präventionsarbeit für ein gesundes Leben und gegen Alkoholmissbrauch zu betreiben ist zwar richtig, kann aber aus Sicht der GEW nicht durch die Einrichtung eines neuen Schulfaches erreicht werden.

Stattdessen fordert die GEW eine grundlegende inhaltliche Reform aller Fächer, welche stärker an der Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen auszurichten sind.
Des Weiteren benötigen die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen auch außerhalb des Fachunterrichtes mehr Zeit, um eine bessere Erziehungsarbeit leisten zu können. GEW-Chef Klaus Kessler erläutert dies mit den Worten: „Wir brauchen an unseren Schulen mehr Möglichkeiten zur Präventionspädagogik. Dazu gehört die Vermittlung von Werten wie Respekt, Toleranz und Eigenverantwortung ebenso die Stärkung der Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen. In einem durchgängigen Halbtagsschulsystem mit seinem streng getakteten Fachunterricht im 45 Minuten-Rhythmus ist dies sehr schwer zu erreichen. Besser geht das in echten Ganztagsschulen, in denen durch eine Rhythmisierung des Schultags den Lehrerinnen und Lehrern mehr Zeit zur Verfügung steht, sich besser um einzelne Schülerinnen und Schüler kümmern zu können.“

In dem Zusammenhang kritisiert die GEW die Bildungspolitik der Landesregierung, die keine echten qualitätsvollen Ganztagsschulen eingerichtet hat. Das Modell der „Freiwilligen“ Ganztagsschule hinkt weit hinter den Erwartungen der GEW zurück und wird zudem auch nicht gut angenommen. Nach KMK-Statistik besuchen im Saarland nur 8,2% der Schülerinnen und Schüler im Primar- und Sekundarbereich diese Ganztagsschulen. Damit liegt das Saarland nach Bayern auf dem zweitletzten Platz im Ländervergleich der Besuchsquoten für Ganztagsschulen.

Abschließend äußert GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler: „Man darf natürlich auch die Erwartungen an die Schule im Bereich der Präventionsarbeit nicht überschätzen. Schule ist stets auch ein Spiegelbild der Gesellschaft, kann aber nicht die Reparaturanstalt für deren Fehlentwicklungen sein. Dennoch muss sich heutzutage auch die Schule verändern und mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen, wenn sie ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag ernst nimmt.“

 
 © 2006 Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft - Landesverband Saarland  

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