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Pressemitteilung 27-2009 |
24.08.2009 |
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Schuljahresbeginn
2009/10
GEW kritisiert unzureichende Informationen und geschönte Zahlen
zu Lehrerneueinstellungengefordert
Zu Beginn des Schuljahres
2009/10 (Schulbeginn Montag, 24.08.2009) kritisiert die Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, die
unzureichenden Informationen der Kultusministerin über die
Unterrichtssituation und die Personalversorgung der saarländischen
Schulen.
Aus dem der Presse vorgelegten Material (Pressefrühstück am 19.08.2009)
geht nicht hervor, wie sich die Schülerzahlen der einzelnen Schulformen
im Vergleich zum Vorjahr entwickelt haben. Ebenso wenig werden Angaben
gemacht über die Zahl der neu eingestellten Lehrkräfte, differenziert
nach befristeten und unbefristeten Einstellungen. Auch die Zahl der
Lehrer ohne Lehramtsausbildung, die entweder als Seiteneinsteiger oder
als Absolventen mit 1. Staatsexamen an den Schulen Lücken schließen
sollen, werden nicht aufgeführt. Die Schülerzahlentwicklung und die Zahl
der neu zu besetzenden Lehrerplanstellen sind nach Auffassung der GEW
wichtige Datengrundlagen zur Bewertung der Bildungsinvestitionen für die
Öffentlichkeit.
Stattdessen werden alle Personen unabhängig von ihrer Ausbildung und
Qualifikation, ob unbefristet oder befristet – zum Teil nur für wenige
Monate – zusammengezählt und unter der Rubrik „Neue Lehrkräfte“
aufgeführt. Dadurch kommt das Kultusministerium auf die hohe Zahl von
insgesamt mehr als 500 angeblich „neuen Lehrkräften“.
Nach Informationen der GEW werden davon allerdings nur 300 ausgebildete
Lehrkräfte unbefristet auf Planstellen in den saarländischen Schuldienst
neu eingestellt.
GEW-Landeschef Klaus Kessler kritisiert dies mit den Worten:
„Offensichtlich schönt die Ministerin die Zahlen, um insbesondere vor
der Landtagswahl keine Angriffspunkte zu bieten. In Wirklichkeit
versteckt sie aber einen eklatanten Lehrermangel, insbesondere im
Bereich von Mathematik, Physik, Musik und den naturwissenschaftlichen
Fächern. Ohne sogenannte Seiteneinsteiger, die als Diplomabsolventen
eine Lehrerausbildung nachholen, kann der Fachunterricht an den
Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen überhaupt nicht mehr abgedeckt
werden. Außerdem werden in zunehmendem Maße in diesem Schuljahr
Absolventen, die das erste Lehramtsexamen abgeschlossen haben für ein
halbes Jahr als Lückenbüßer in den Schulen eingesetzt, um strukturellen
Unterrichtsausfall zu vermeiden. Von 100 befristet Beschäftigten kommen
schätzungsweise mittlerweile 30 Personen ohne abgeschlossene
Lehrerausbildung im neuen Schuljahr zum Einsatz.“
Aus GEW-Sicht ist die Personalversorgung der Schulen mit ausgebildeten
Lehrkräften zum kommenden Schuljahr völlig unzureichend, nicht auf
pädagogische Qualität und Kontinuität ausgerichtet, sondern ein
notdürftig zusammengestelltes Flickwerk, das vordergründig dazu dient,
dass zumindest in der Anfangsphase des Schuljahres irgendwie ein
„Lehrer/Lehrerin“ vor der Klasse steht. Dadurch ist eine dauerhafte
qualitätsvolle Unterrichtsversorgung nicht sichergestellt und der
Ausfall von Fachunterricht ist vorprogrammiert.
Hinzu kommen die nach wie vor übergroßen Klassen an den Gymnasien und
den Gesamtschulen, die mit 27 bis 28 Schülerinnen und Schülern pro
Klasse bundesweit negative Spitzenwerte erreichen.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler fordert Kultusministerin Annegret
Kramp-Karrenbauer auf, die erforderliche Datentransparenz zu den
Personalmaßnahmen für das neue Schuljahr herzustellen. Und dazu ist die
Vorlage von korrekten Zahlen erforderlich, anstatt mit Nebelkerzen und
geschöntem Zahlenmaterial die Öffentlichkeit über die Wahrheit der
Personalversorgung an den saarländischen Schulen zu täuschen.

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