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Pressemitteilung 28-2009 |
26.08.2009 |
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GEW fordert
Verzicht auf Absenkung der Eingangsbesoldung von Real-
schullehrkräften - „Keine Bezahlung nach Fächerkombination!“
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),
Landesverband Saarland, fordert die Landesregierung auf, auf die im
saarländischen Besoldungsgesetz vorgesehene Absenkung in der
Eingangsbesoldung aufgrund des eklatanten Lehrermangels in allen Fächern
gänzlich zu verzichten. Nach Änderung des saarländischen
Besoldungsgesetzes durch die CDU-Landesregierung im März 2009 ist zum
Schuljahr 2009/10 erstmalig vorgesehen, neu eingestellte
Realschul-lehrkräfte, die keine Mangelfächer unterrichten, für einen
Zeitraum von längstens 5 Jahren im Grundgehalt um 300 Euro schlechter zu
bezahlen als andere Lehrkräfte. Eine Ausnahme von dieser Regelung kann
das Ministerium dann machen, wenn ein Mangel an Bewerberinnen und
Bewerbern in bestimmten Fächern vorliegt.
Nach Informationen der GEW sind von der Absenkungsregelung zur Zeit bis
zu 15 Lehrkräfte an Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen betroffen,
da angeblich in den Fächern Deutsch, Sozialkunde, Sport, Geschichte,
Erdkunde und katholische Religion kein Bewerbermangel herrscht. In allen
anderen Fächern soll eine Absenkung nicht erfolgen.
Für GEW-Chef Klaus Kessler ist dies allein schon in rechtlicher Hinsicht
eine „sehr fragwürdige Entscheidung“, die zudem noch „ungerecht“ ist und
„überhaupt nichts mit dem Leistungsprinzip zu tun hat“. Wörtlich sagt
Klaus Kessler dazu: „Wir können nachweisen, dass alle Fächer
Mangelfächer sind, da das Kultusministerium zur Abdeckung von
strukturellem Unterrichtsbedarf auch in Fächern wie Deutsch,
Sozialkunde, Geschichte und Erdkunde auf Absolventen mit erstem
Staatsexamen zurückgreifen muss, um Unterrichtslücken zu schließen. Das
heißt, Lehrermangel besteht in allen Fächern, und es gibt keinen Grund
Realschullehrer in der Besoldung abzusenken. Mit dem Leistungsprinzip
hat das auch nichts zu tun, wenn z.B. ein Deutschlehrer mit sehr guter
Examensnote schlechter bezahlt werden soll als ein Mathematiklehrer mit
einer weniger guten Note. Außerdem entsteht durch die Bezahlung nach
Fächerkombination eine Zweiklassengesellschaft in den Kollegien, was
nicht zu akzeptieren ist. In Zeiten eines eklatanten Lehrermangels ist
dies zudem eine personalpolitische Todsünde. Durch die Absenkung der
Besoldung wandern zahlreiche Lehrerinnen und Lehrer in andere
Bundesländer ab, in denen sie nicht schlechter bezahlt werden.“
Die GEW fordert alle Lehrkräfte auf, die von der Absenkung in diesem
Jahr betroffen sind, gegen eine solche rechtlich sehr fragwürdige
Regelung zu klagen, damit der Gesetzgeber gezwungen wird, das
Besoldungsgesetz wieder zu ändern.

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