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Die GEW fordert von der Landesregierung
ein Innovationsprogramm für Schulen, das dem Gedanken einer breiteren
Bildungsbeteiligung verpflichtet ist. Hierfür sind geeignete Strukturen und
Arbeitsbedingungen zu schaffen. Der Umgang mit bildungsbenachteiligten und
psychosozial belasteten SchülerInnen ist in der Regelschullehrerausbildung zu
berücksichtigen. Begründung: Die PISA-Studien haben übereinstimmend einen engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg ergeben. Immer mehr SchülerInnen im Saarland verlassen die Schulen ohne Abschluss. Immer mehr bleiben der Schule über längere Zeiträume ganz fern. Die berufliche Integration dieser wachsenden Zahl von Bildungsverlierern ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. All diese Probleme wurden bei den bildungspolitischen Diskussionen der letzten Jahre gänzlich ausgeblendet. Darüber hinaus steigt seit Jahren bei sinkenden Schülerzahlen der sonderpädagogische Förderbedarf in den Bereichen Lernen und Verhalten stetig an. Ursachen hierfür sind u.a. in den sich verändernden und erschwerenden Sozialisationsbedingungen zu sehen. Sinnvolle Schulreformen müssten genau an diesen Problemen ansetzen. Dies geschieht jedoch nach wie vor kaum. Die Zuordnung der Konstrukte "Lernbehinderung" und "Verhaltensstörung" zur Kategorie "Behinderung" legitimiert weiterhin die Umschulung benachteiligter und psychosozial belasteter Schüler an Sondereinrichtungen bzw. die Einleitung einer - immer schlechter personalisierten - Integrationsmaßnahme. Angesichts des von den politischen
Parteien dramatisierten Geburtenrückgangs sollten alle Kinder und
Jugendlichen optimal an den Bildungsmöglichkeiten beteiligt werden. |