Die GEW tritt dafür ein, den
„Index für Inklusion“ zur Grundlage einer umfassenden
Bildungsreform zu machen.
Begründung
In unserem gegliederten
Schulsystem bleiben immer mehr Gruppen von Kindern und
Jugendlichen in ihrer Entwicklung und ihrer Schulleistung
auf der Strecke: die Migrant/innen, Kinder in psychosozialen
und/oder ökonomischen Problemlagen, Kinder mit
Beeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen, aber auch
Schüler/innen mit Hochbegabungen. Auch
geschlechtsspezifische Benachteiligungen lassen sich
feststellen. Für fast alle diese Gruppen wurden und werden
Sonderprogramme entwickelt (Sprachförderunterricht,
sonderpädagogische Förderung, Praxisklassen, Modellklassen
…). All diese Sonderprogramme sind Fremdkörper in einem
ansonsten auf homogenes, gleichschrittiges, an einem
mittleren Anforderungsniveau orientierten Lernen
ausgerichteten Schulsystem.
Jedes dieser
Sonderprogrammen birgt die Gefahr einer Stigmatisierung und
damit zusammenhängend einer Leistungsdemotivierung der
betreffenden Schüler/innen. Inklusion betrachtet das
gemeinsame Lernen aller Schülerinnen und Schüler, unabhängig
von deren Geschlecht, Begabungen, Behinderungen, Interessen,
sozialer Herkunft oder ethnischer Zugehörigkeit als die
angemessene Vorbereitung auf eine Gesellschaft, die von
Toleranz und Akzeptanz, Verantwortung und Rücksichtnahme
geprägt ist. In einem inklusiven Schulsystem wird die
bestmögliche Förderung jedes einzelnen Kindes angestrebt. Es
lässt Raum für selbstständiges, am eigenen Lerntempo
orientiertem Lernen.