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Pressemitteilung 29-2006

08.12.2006

 GEW fordert Ausbau des schulpsychologischen Dienstes

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, hat die aktuellen Ereignisse um die Bedrohung von Schulen durch so genannte Amokläufer zum Anlass genommen, den Ausbau des schulpsychologischen Dienstes im Saarland zu fordern. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen seien die Lehrerinnen und Lehrer kaum in der Lage persönlichkeitsgestörte Schüler und spezifische Verhaltensauffälligkeiten zu diagnostizieren. Zudem fehlten den Lehrkräften psychologische Kompetenzen, die in der Lehrerausbildung zu wenig vermittelt werden. Schulpsychologen sollen neben der Individualtherapie zunehmend auch beratend für ganze Kollegien an pädagogischen Tagen tätig werden, damit den Lehrern mehr psychologisches Grundwissen vermittelt wird.

Dazu fordert die GEW, die Anzahl der Stellen für Schulpsychologen in den Landkreisen um jeweils mindestens eine Stelle zu erhöhen. Da die Zuständigkeit des schulpsychologischen Dienstes in die Landkreise und den Stadtverband Saarbrücken fällt, fordert die GEW die Fraktionen in den Kreistagen dazu auf, in den aktuell stattfindenden Haushaltsberatungen eine Aufstockung der Schulpsycho-logenstellen zu beantragen. Im Landkreis Saarlouis liegen zur Verabschiedung des Kreishaushaltes in der nächsten Woche hierzu Anträge der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der CDU-Fraktion vor. Ebenso haben die Grünen im Stadtverbandstag Saarbrücken reagiert. GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler kennzeichnet die Situation mit den Worten: „Die Lehrer brauchen mehr professionelle psychologische Unterstützung in ihrer zunehmend schwierigen Arbeit in der Schule. Schulpsychologen können zwar nicht Amokläufer verhindern, sie können aber dazu beitragen, dass gestörte Schülerpersönlichkeiten früher erkannt und rechtzeitig wirksame Gegenmaßnahmen und Therapien eingeleitet werden. Insofern sind Investitionen in den Schulpsychologischen Dienst auch Maßnahmen der Prävention, die sich langfristig auszahlen. Die Schule ist zwar nicht die Reparaturanstalt dieser Gesellschaft, sie kann allerdings durch mehr Investitionen in Lehrerstellen und die schulischen Unterstützungssysteme, den Reparaturbedarf dieser Gesellschaft geringer halten, als er zur Zeit ist.“

Für die GEW muss der Ausbau des schulpsychologischen Dienstes einhergehen mit einer weiteren Stärkung der Schulsozialarbeit sowie einer zunehmenden Veränderung der Lernkultur in den Schulen selbst. Das heißt, Schulen müssen durch bessere Rahmenbedingungen, wie kleinere Klassen und zusätzlichen Förderunterricht mehr Möglichkeiten haben, den Unterricht zu individualisieren, um dem Erziehungs- und Förderaspekt besser Rechnung tragen zu können.

 
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