Externe Beratung für G8-Lehrpläne Die Ankündigung von Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Lehrpläne des 8-jährigen Gymnasiums (G8) angesichts der Lernbelastungen der Schülerinnen und Schüler durch einen unabhängigen Gutachter überarbeiten zu lassen, stößt bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, auf Widerstand und Kopfschütteln. GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler sagt dazu: „Im Grunde ist das der bildungspolitische Offenbarungseid der Landesregierung, die entgegen unseren Warnungen das G8 überhastet und unvorbereitet auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler und zu Lasten der Lehrerinnen und Lehrer eingeführt hat. Ministerin Kramp-Karrenbauer muss jetzt das ausbaden, was Vorgängerminister Jürgen Schreier dilettantisch und aktionistisch gegen den Willen aller Bildungsexperten eingeführt hat. Nach zigfachen Reparaturversuchen des G8 steht die Landesregierung jetzt vor einem bildungspolitischen Scherbenhaufen, der von einem externen Gutachter gekittet werden soll. Es muss endlich Schluss damit sein, unserer Schülerinnen und Schüler als Versuchskaninchen für schlecht vorbereitete Schulreformen zu benützen.“ Für die GEW stellt sich die Frage, inwiefern unabhängige Gutachter in der Lage sein werden, schnellstmöglich eine qualitätsvolle Überarbeitung der Lehrpläne in allen Fächern zu leisten. Mit Kopfschütteln nimmt die Bildungsgewerkschaft zur Kenntnis, dass offensichtlich außerschulische Berater den Sachverstand von ausgebildeten Fachlehrkräften ersetzen sollen. GEW-Chef Klaus Kessler befürchtet, dass die externe Begutachtung der Lehrpläne für die Landesregierung lediglich als Alibi dienen soll, eine simple Streichung von Lerninhalten vorzunehmen. Wörtlich sagte er: „ Eine qualitätsvolle Überarbeitung der Lehrpläne kann nur durch Fachlehrer als Experten erfolgen. Dafür sind die Lehrplankommissionen zuständig. Diese müssen aber vom Unterricht entlastet werden, damit sie auch die zeitlichen Möglichkeiten haben, die Lehrpläne ohne Qualitätsverluste zu bearbeiten. Grundsätzlich bleiben wir dabei: Unter den gegebenen Bedingungen ist und bleibt G8 eine Missgeburt.“
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