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Pressemitteilung 07-2008

26.02.2008

 GEW zum Notenvergleich G 8 / G 9

Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer hat heute in einer Pressekonferenz die Ergebnisse der Notenvergleiche von G 8- und G 9-Schülern, die in der gymnasialen Oberstufe gemeinsam unterrichtet werden, vorgestellt. Danach gibt es keine signifikanten Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern mit oder ohne verkürzter Schulzeit. GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler bewertet dieses Ergebnis mit den Worten: „Wenn Schüler gute Noten haben, freut mich das. Kommen diese Schüler noch aus dem G 8, ändert das nichts am Stress und der Mehrbelastung, den diese Schüler haben, um die guten Noten zu erreichen. Es war auch zu erwarten, dass ein solches Ergebnis herauskommt, da der politische Erfolg des G 8 auch durch die Statistik belegt werden muss. Der Vergleich aller Noten aller Fächer sagt wenig aus über Lern- und Leistungsrückstände in einzelnen Fächern wie bspw. Mathematik und Fremdsprache. Hier bestehen laut Auskünften von Fachlehrern durchaus Lern- und Leistungsunterschiede, die nicht immer zwingend in Notenvergleichen zum Ausdruck kommen. Noten sind stets auch Momentaufnahmen, sie werden im Referenzrahmen eines Kurses bzw. einer Klasse gegeben und sind in ihrer Aussagekraft nur begrenzt objektiv. Wenn alles so harmonisch und ohne Probleme läuft, wie die Ministerin es jetzt darzustellen versucht, bräuchte man die Diskussion über Lehrplanüberarbeitungen und -kürzungen ja überhaupt nicht zu führen. Das Gegenteil aber ist der Fall. Jetzt soll sogar eine externe Beratungskommission die G 8-Lehrpläne überarbeiten.“

Die GEW kritisiert insbesondere, dass die Zahlen und Daten über die Abbrecher des G 8, die sogenannten Rückläufer, nicht veröffentlicht werden. Allein an den Gesamtschulen, an denen in neun Jahren Abitur gemacht werden kann, beträgt die jährliche Aufnahme der Abbrecher des G 8 zwischen 250 und 300 Schülern. Die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen von G 8-Rückläufern ist bei weitem höher und beträgt nahezu das Doppelte.

In dem Zusammenhang fordert die GEW für die Eltern, die das G 8 nicht wählen wollen, einen Ausbau des saarländischen Gesamtschulangebotes, so dass die Eltern eine echte Alternative haben zwischen einem 8-jährigen und einem 9-jährigen Bildungsgang bis zum Abitur.

 
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