Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer hat heute in einer
Pressekonferenz die Ergebnisse der Notenvergleiche von G 8- und G
9-Schülern, die in der gymnasialen Oberstufe gemeinsam unterrichtet
werden, vorgestellt. Danach gibt es keine signifikanten
Leistungsunterschiede zwischen den Schülerinnen und Schülern mit oder
ohne verkürzter Schulzeit. GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler bewertet
dieses Ergebnis mit den Worten: „Wenn Schüler gute Noten haben, freut
mich das. Kommen diese Schüler noch aus dem G 8, ändert das nichts am
Stress und der Mehrbelastung, den diese Schüler haben, um die guten
Noten zu erreichen. Es war auch zu erwarten, dass ein solches Ergebnis
herauskommt, da der politische Erfolg des G 8 auch durch die Statistik
belegt werden muss. Der Vergleich aller Noten aller Fächer sagt wenig
aus über Lern- und Leistungsrückstände in einzelnen Fächern wie bspw.
Mathematik und Fremdsprache. Hier bestehen laut Auskünften von
Fachlehrern durchaus Lern- und Leistungsunterschiede, die nicht immer
zwingend in Notenvergleichen zum Ausdruck kommen. Noten sind stets auch
Momentaufnahmen, sie werden im Referenzrahmen eines Kurses bzw. einer
Klasse gegeben und sind in ihrer Aussagekraft nur begrenzt objektiv.
Wenn alles so harmonisch und ohne Probleme läuft, wie die Ministerin es
jetzt darzustellen versucht, bräuchte man die Diskussion über
Lehrplanüberarbeitungen und -kürzungen ja überhaupt nicht zu führen. Das
Gegenteil aber ist der Fall. Jetzt soll sogar eine externe
Beratungskommission die G 8-Lehrpläne überarbeiten.“
Die GEW kritisiert insbesondere, dass die Zahlen und Daten über die
Abbrecher des G 8, die sogenannten Rückläufer, nicht veröffentlicht
werden. Allein an den Gesamtschulen, an denen in neun Jahren Abitur
gemacht werden kann, beträgt die jährliche Aufnahme der Abbrecher des G
8 zwischen 250 und 300 Schülern. Die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen
von G 8-Rückläufern ist bei weitem höher und beträgt nahezu das
Doppelte.
In dem Zusammenhang fordert die GEW für die Eltern, die das G 8 nicht
wählen wollen, einen Ausbau des saarländischen Gesamtschulangebotes, so
dass die Eltern eine echte Alternative haben zwischen einem 8-jährigen
und einem 9-jährigen Bildungsgang bis zum Abitur.