In der Auseinandersetzung um die Gestaltung der gymnasialen
Schulzeitverkürzung, dem 8-jährigen Gymnasium, fordert die Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, die
Einrichtung von echten Ganztagsschulen und eine deutliche Verkleinerung
der bestehenden Klassen. Damit unterstützt die GEW die Forderung der
Landesschülervertretung, die sich ebenfalls für die Einrichtung von
Ganztagsschulen ausspricht.
Nach Auffassung der GEW bieten echte Ganztagsschulen bessere
Möglichkeiten den Unterricht auf den Vor- und Nachmittag zu verteilen,
Hausaufgabenbetreuung einzurichten und den Schulalltag durch einen
Wechsel von Unterricht und Pausen zu rhythmisieren. Zudem entlasten
echte Ganztagsschulen die Eltern von der nachmittäglichen
Hausaufgabenbetreuung und der Notwendigkeit, verstärkt auf Nachhilfe
zurückzugreifen.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler erklärte dazu: „Schule braucht Zeit
und Raum zum Lehren und Lernen. In einem Halbtagschulsystem herrscht
Hektik, Stress und Druck. Hier können sich nicht alle Lernpotenziale
voll entfalten. Die Gefahr von Erkrankungen auf Lehrer- und Schülerseite
wächst. Unser Schulsystem ist in der Ganztagsschulfrage international
nicht konkurrenzfähig und rückständig.“
Die GEW fordert weiterhin von der Landesregierung eine deutliche
Verkleinerung der bestehenden Klassen an den Gymnasien aber auch an den
Gesamtschulen. Beide Schulformen haben im Vergleich mit den anderen
Bundesländern die größten Klassen. Die von Ministerpräsident Peter
Müller angekündigte Verkleinerung der Eingangsklassen von 33 bzw. 30
Schülern auf 29 Schüler ist aus Sicht der GEW völlig unzureichend. Die
Gewerkschaft fordert eine Höchstgrenze von 25 Schülerinnen und Schüler
pro Klasse für alle weiterführenden Schulen und auch für die bereits
bestehenden Klassen.
Abschließend äußert sich GEW-Chef Klaus Kessler mit den Worten: „Es
besteht jetzt akuter Handlungsbedarf in den existierenden Klassen. Diese
müssen kleiner werden und nicht erst die neu hinzukommenden Klassen. An
den Gymnasien und den Gesamtschulen hat bereits heute jede dritte Klasse
mehr als 30 Schülerinnen und Schüler. Das sind mit den schlechtesten
Lehr- und Lernbedingungen in ganz Deutschland.“