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Pressemitteilung 08-2008

27.02.2008

 GEW fordert Ganztagsschulen und kleinere Klassen

In der Auseinandersetzung um die Gestaltung der gymnasialen Schulzeitverkürzung, dem 8-jährigen Gymnasium, fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, die Einrichtung von echten Ganztagsschulen und eine deutliche Verkleinerung der bestehenden Klassen. Damit unterstützt die GEW die Forderung der Landesschülervertretung, die sich ebenfalls für die Einrichtung von Ganztagsschulen ausspricht.

Nach Auffassung der GEW bieten echte Ganztagsschulen bessere Möglichkeiten den Unterricht auf den Vor- und Nachmittag zu verteilen, Hausaufgabenbetreuung einzurichten und den Schulalltag durch einen Wechsel von Unterricht und Pausen zu rhythmisieren. Zudem entlasten echte Ganztagsschulen die Eltern von der nachmittäglichen Hausaufgabenbetreuung und der Notwendigkeit, verstärkt auf Nachhilfe zurückzugreifen.

GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler erklärte dazu: „Schule braucht Zeit und Raum zum Lehren und Lernen. In einem Halbtagschulsystem herrscht Hektik, Stress und Druck. Hier können sich nicht alle Lernpotenziale voll entfalten. Die Gefahr von Erkrankungen auf Lehrer- und Schülerseite wächst. Unser Schulsystem ist in der Ganztagsschulfrage international nicht konkurrenzfähig und rückständig.“
Die GEW fordert weiterhin von der Landesregierung eine deutliche Verkleinerung der bestehenden Klassen an den Gymnasien aber auch an den Gesamtschulen. Beide Schulformen haben im Vergleich mit den anderen Bundesländern die größten Klassen. Die von Ministerpräsident Peter Müller angekündigte Verkleinerung der Eingangsklassen von 33 bzw. 30 Schülern auf 29 Schüler ist aus Sicht der GEW völlig unzureichend. Die Gewerkschaft fordert eine Höchstgrenze von 25 Schülerinnen und Schüler pro Klasse für alle weiterführenden Schulen und auch für die bereits bestehenden Klassen.

Abschließend äußert sich GEW-Chef Klaus Kessler mit den Worten: „Es besteht jetzt akuter Handlungsbedarf in den existierenden Klassen. Diese müssen kleiner werden und nicht erst die neu hinzukommenden Klassen. An den Gymnasien und den Gesamtschulen hat bereits heute jede dritte Klasse mehr als 30 Schülerinnen und Schüler. Das sind mit den schlechtesten Lehr- und Lernbedingungen in ganz Deutschland.“

 
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