KMK-Beschluss zum G8 bringt keine Verbesserungen für das Saarland
Flexibilisierung der Stundentafel ist Täuschung der Öffentlichkeit
Mit scharfen Worten kritisiert GEW-Landesvorsitzender Klaus
Kessler den jüngsten Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) der
Länder zur sog. Flexibilisierung der Stundentafel des 8-jährigen
Gymnasiums. Danach können die Schulen von den insgesamt bis zum Abitur
vorgeschriebenen 265 Jahreswochenstunden 5 Stunden für Übungen,
Vertiefungen und Projekte verwenden und so die Stundentafel insgesamt
flexibler gestalten.
GEW-Chef Klaus Kessler sagte dazu: „Das ist exakt die Regelung, die wir
im Saarland seit Einführung der G8 bereits haben. Insofern bringt dies
keine Verbesserungen für die vom G8 Betroffenen. Hier findet eine
massive Täuschung der Öffentlichkeit statt. Es wird so getan, als ob die
gymnasiale Stundentafel flexibel handhabbar sei, dabei bleibt alles beim
Alten. Im Grunde haben die Kultusminister versagt. Es ist ihnen nicht
gelungen, einen Beschluss zu fassen, wie das G8 insgesamt stressfreier,
humaner und auch für die Eltern weniger belastend gestaltet werden kann.
Erfolgreich gedrückt haben sich die Kultusminister wieder einmal vor der
Frage der Einrichtung von echten Ganztagsschulen, wie sie mittlerweile
europäische Standards sind. In einem Ganztagsschulsystem lässt sich G8
problemlos einrichten, hierzu sind aber erheblich mehr Investitionen in
die Schulen erforderlich als die Länder derzeit bereit sind zu tätigen.“
Abschließend warnt die GEW davor, durch die sog. Flexibilisierung der
Stundentafel Kürzungen von Fachstunden durch die Hinterhand einzuführen.
Die Ankündigung, dass über den erlaubten Rahmen von 5 nicht gebundenen
Fachstunden auch hinaus gegangen werden kann, ist der Einstieg in einer
echten Stundentafelkürzung.
Die GEW fordert Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer dazu auf, sich als
Präsidentin in der Kultusministerkonferenz der Länder dafür stark zu
machen, dass neben einer notwendigen Überarbeitung der Lehrpläne am
Gymnasium flächendeckend echte Ganztagsschulen eingeführt werden.