Bekanntgabe der Anmeldezahlen – Anwendung des neuen Klassenteilers
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),
Landesverband Saarland, fordert nach Abschluss der Anmeldungen zu den
weiterführenden Schulen in der vergangenen Woche Bildungsministerin
Annegret Kramp-Karrenbauer dazu auf, die Anmeldezahlen bekannt zu geben.
„Aufgrund dieser Anmeldezahlen lässt sich ein Schulwahltrend im Saarland
feststellen, der insbesondere auf den Hintergrund der demographischen
Entwicklung für zukünftige bildungspolitische Entscheidungen wichtig
ist.“, sagte GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler. Seiner Auffassung
nach hat die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie sich
die Übergangsquoten von den Grundschulen zu den weiterführenden Schulen
entwickeln.
Von besonderem Interesse ist in diesem Jahr die Klassenbildung, da die
Bildungsministerin angekündigt hat, durch einen neuen Klassenteiler für
die weiterführenden Schulen die Eingangsklassen kleiner zu machen.
Danach dürfte es nach Angaben der GEW keine Klasse mehr geben, die mehr
als 29 SchülerInnen hat. Betroffen davon sind in erster Linie die
Gymnasien und die Gesamtschulen, da diese beiden Schulformen bislang die
größten Klassen haben.
Die Erweiterten Realschulen haben deutlich kleinere Klassen als die
anderen Schulformen und mit zum Teil erheblichem Schülerrückgang zu
kämpfen. Für die Erweiterten Realschulen stellt sich zudem die Frage,
inwiefern sie aufgrund zurückgehender Anmeldezahlen nicht mehr die
erforderliche Klassenmesszahl erreichen, um einen geordneten
Schulbetrieb nach Schulordnungsgesetz zu ermöglichen. Das
Schulordnungsgesetz sieht im § 9 für die Erweiterten Realschulen,
Gesamtschulen und Gymnasien vor, dass mindestens 3 Klassen pro Jahrgang
ausgewiesen werden. Nach Informationen der GEW wird diese Vorgabe von
einigen Erweiterten Realschulen nicht mehr erreicht.
Im Gegensatz dazu ist die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen im Saarland
so groß, dass an einigen Standorten (Riegelsberg, Marpingen,
Türkismühle-Nohfelden) Plätze ausgelost werden müssen. Weiterhin wird an
einigen Gesamtschulen die vorgesehen Zügigkeit durch die Anmeldezahlen
überschritten, so dass zusätzliche Klassen gebildet werden müssen.
Die GEW fordert in dem Zusammenhang die Neugründung von weiteren
Gesamtschulen im Saarland, um der gestiegenen Nachfrage der Eltern
entsprechend Rechnung zu tragen. Die Gesamtschulen bieten zudem eine
Alternative zum 8-jährigen Gymnasium, da hier in 9 Jahren auch das
Abitur gemacht werden kann.
GEW-Chef Klaus Kessler äußert dazu: „Ich erwarte von der Ministerin eine
konsequente Anwendung des neuen Klassenteilers, damit die Gesamtschulen
im Vergleich zu den Erweiterten Realschulen nicht benachteiligt werden.
Um den Eltern eine echte Wahlmöglichkeit zwischen einem 8-jährigen und
einem 9-jährigem Bildungsgang bis zum Abitur zu bieten, muss das
Gesamtschulsystem landesweit ausgebaut werden. Dazu ist es dringend
erforderlich, in jedem Landkreis sowie im Regionalverband Saarbrücken
eine zusätzliche Gesamtschule einzurichten.“
werden.