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Pressemitteilung 10-2008

10.03.2008

 Bekanntgabe der Anmeldezahlen – Anwendung des neuen Klassenteilers

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, fordert nach Abschluss der Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen in der vergangenen Woche Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dazu auf, die Anmeldezahlen bekannt zu geben. „Aufgrund dieser Anmeldezahlen lässt sich ein Schulwahltrend im Saarland feststellen, der insbesondere auf den Hintergrund der demographischen Entwicklung für zukünftige bildungspolitische Entscheidungen wichtig ist.“, sagte GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler. Seiner Auffassung nach hat die Öffentlichkeit einen Anspruch darauf, zu erfahren, wie sich die Übergangsquoten von den Grundschulen zu den weiterführenden Schulen entwickeln.

Von besonderem Interesse ist in diesem Jahr die Klassenbildung, da die Bildungsministerin angekündigt hat, durch einen neuen Klassenteiler für die weiterführenden Schulen die Eingangsklassen kleiner zu machen. Danach dürfte es nach Angaben der GEW keine Klasse mehr geben, die mehr als 29 SchülerInnen hat. Betroffen davon sind in erster Linie die Gymnasien und die Gesamtschulen, da diese beiden Schulformen bislang die größten Klassen haben.

Die Erweiterten Realschulen haben deutlich kleinere Klassen als die anderen Schulformen und mit zum Teil erheblichem Schülerrückgang zu kämpfen. Für die Erweiterten Realschulen stellt sich zudem die Frage, inwiefern sie aufgrund zurückgehender Anmeldezahlen nicht mehr die erforderliche Klassenmesszahl erreichen, um einen geordneten Schulbetrieb nach Schulordnungsgesetz zu ermöglichen. Das Schulordnungsgesetz sieht im § 9 für die Erweiterten Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien vor, dass mindestens 3 Klassen pro Jahrgang ausgewiesen werden. Nach Informationen der GEW wird diese Vorgabe von einigen Erweiterten Realschulen nicht mehr erreicht.

Im Gegensatz dazu ist die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen im Saarland so groß, dass an einigen Standorten (Riegelsberg, Marpingen, Türkismühle-Nohfelden) Plätze ausgelost werden müssen. Weiterhin wird an einigen Gesamtschulen die vorgesehen Zügigkeit durch die Anmeldezahlen überschritten, so dass zusätzliche Klassen gebildet werden müssen.

Die GEW fordert in dem Zusammenhang die Neugründung von weiteren Gesamtschulen im Saarland, um der gestiegenen Nachfrage der Eltern entsprechend Rechnung zu tragen. Die Gesamtschulen bieten zudem eine Alternative zum 8-jährigen Gymnasium, da hier in 9 Jahren auch das Abitur gemacht werden kann.

GEW-Chef Klaus Kessler äußert dazu: „Ich erwarte von der Ministerin eine konsequente Anwendung des neuen Klassenteilers, damit die Gesamtschulen im Vergleich zu den Erweiterten Realschulen nicht benachteiligt werden. Um den Eltern eine echte Wahlmöglichkeit zwischen einem 8-jährigen und einem 9-jährigem Bildungsgang bis zum Abitur zu bieten, muss das Gesamtschulsystem landesweit ausgebaut werden. Dazu ist es dringend erforderlich, in jedem Landkreis sowie im Regionalverband Saarbrücken eine zusätzliche Gesamtschule einzurichten.“
werden.

 
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