Nach Informationen der Gewerkschaft Erziehung und
Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, plant das Magazin
FOCUS-SCHULE eine bundesweite Schuldatenbank anzulegen und diese in
Form eines Rankings zu veröffentlichen. Dazu sollen Schulleitungen,
Personalräte, Lehrer, Eltern und Schüler per Fragebogen über die
Situation an der Schule befragt werden. Im Fragenkomplex
„Unterricht“ werden zum Beispiel auch die Durchschnittsnoten der
Abschlüsse und der Vergleichsarbeiten abgefragt. Darüber hinaus
sollen Informationen über die Ausstattung der Schule,
„bemerkenswerte Angebote“, sowie das Engagement von Lehrern und
Eltern zur Verfügung gestellt werden. Die GEW Saarland warnt
eindringlich davor, sich an dieser Befragung von FOCUS-SCHULE zu
beteiligen, da durch das beabsichtigte Schulranking keine objektiven
Leistungsdaten einer Schule feststellbar sind. Ein öffentliches
Schulranking ist außerdem aus GEW-Sicht wissenschaftlich unseriös
und pädagogisch nicht hilfreich, es kann sogar schädlich für einen
Schulstandort sein.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler hat Kultusministerin Annegret
Kramp-Karrenbauer ebenso in ihrer Eigenschaft als KMK-Präsidentin
angeschrieben und dazu aufgefordert im Saarland und in anderen
Bundesländern darauf einzuwirken, dass sich die Schulen an der
Befragung nicht beteiligen und keine Schuldaten zur Verfügung
stellen. Klaus Kessler sagte dazu wörtlich: „Schuldaten ge-hören
nicht in private Zeitungsmagazine. Faire Vergleiche verlangen nach
fairen Messmethoden, die gibt es hier nicht. Subjektive Sichtweisen
verfälschen das Bild einer Schule und sind zudem für Eltern wenig
hilfreich. Verlässliche Schulinformationen sind sicherer über die
Internetseite der Schule zu erhalten, am besten aber immer noch
durch den persönlichen Kontakt mit der Schule selbst.“
Die GEW erwartet von Kultusministerin Annegret Kramp-Karrenbauer
eine klare Positionierung gegen den Aufbau einer Schuldatenbank in
einem Zeitungsmagazin allein schon aus Gründen der
Schuldatensicherheit, des Datenschutzes und Fürsorgepflicht
gegenüber Lehrkräften und Schülern/innen.