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Pressemitteilung 13-2008

22.04.2008

 GEW: Neue Verordnung zur Klassen- und Kursbildung an Schulen ist
 Etikettenschwindel
 Klaus Kessler: „Ab Klassenstufe 6 wieder Klassen mit 30 bis 33 Kindern“

Nach der Veröffentlichung der neuen Verordnung über die Klassen- und Kursbildung an Schulen im Amtsblatt des Saarlandes mit Datum vom 17. April 2008 sieht sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, in ihrer Kritik an der Neuregelung der Klassengrößen im Saarland bestätigt. Die Verordnung sieht vor, dass für Gesamtschulen, Gymnasien und Erweiterte Realschulen nur in der Klassenstufe 5 die Höchstzahl von 29 Schülerinnen und Schülern gilt, ab den Klassenstufen 6 bis 10 soll es wie bisher bei den alten Klassengrößen von 30 bzw. 33 Schülerinnen und Schüler pro Klasse bleiben.

Verordnung über die Festlegung der Werte für die Klassen- und Kursbildung, siehe Amtsblatt Nr.15, 17. April 2008:

  Klassenstufe 5 Klassenstufe 6 – 9/10
 Gesamtschule/
 Erweiterte Realschule
29 (30*) 30/33 (30/33)
 Gymnasium 29 (33) 33 (33)

 * bisherige Zahlen

Für die GEW bedeutet dies keine wesentliche Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen an den weiterführenden Schulen des Saarlandes, obwohl diese im Bundesländervergleich die größten Klassen und die schlechtesten Schüler-Lehrer-Relationen haben. GEW Landesvorsitzender Klaus Kessler äußert dazu. „Die „Kleinere-Klassen-Garantie“ von Ministerpräsident Peter Müller ist im Grunde ein Etikettenschwindel, wenn sie nur für die Klassenstufe 5 gilt und die aufsteigenden Klassenstufen 6 – 10 nicht umfasst. Außerdem berücksichtigt die Neuregelung überhaupt nicht, dass Wiederholer und sog. Rückläufer aus höheren Jahrgängen die Klassen wieder vergrößern können. Besonders benachteiligt sind die Gesamtschulen, die angesichts der zahlreichen Schulabbrecher des G 8 übervolle Klassen und Kurse haben.“

Aufgrund der aktuell vorliegenden Anmeldezahlen haben nach Berechnungen der GEW die Erweiterten Realschulen eine durchschnittliche Klassenstärke von 22 Schülerinnen und Schüler, die Gymnasien eine durchschnittliche Klassenstärke von 26,3 Schülerinnen und Schüler und die Gesamtschulen eine durchschnittliche Klassenstärke von 27,5 Schülerinnen und Schüler.

Für die GEW heißt das, dass die Lehr- und Lernbedingungen an den Gesamtschulen und an den Gymnasien des Saarlandes dringend verbessert werden müssen. Dazu ist es erforderlich, die Absenkung des Klassenteilers nicht nur in den Eingangsklassen vorzunehmen, sondern auch den aufsteigenden Jahrgängen zugute kommen zu lassen. Unter dem Gesichtspunkt der Gleichbehandlung der Schulformen ist es aus Sicht der GEW auch nicht nachvollziehbar, wieso nur das Schengen-Lyzeum in Perl eine Klassenmesszahl von nur 27 Schülerinnen und Schüler vom Kultusministerium bewilligt bekommt.

Abschließend sagte Klaus Kessler dazu: „Pädagogisch sinnvoll ist ohnehin eine maximale Klassengröße von 25 Schülerinnen und Schülern für die weiterführenden Schulen. Leider haben die bildungspolitischen Entscheidungen der Landesregierung nichts mit Pädagogik zu tun.“

 
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