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Pressemitteilung 14-2008

28.05.2008

 Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) bestätigt GEW-Kritik an der
 Schulpolitik des Saarlandes
 „Der bildungspolitische Fortschritt ist im Saarland eine Schnecke“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, sieht sich erneut in ihrer Kritik an der Schulpolitik des Saarlandes durch die jüngste Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) zur Schulpolitik der Bundesländer bestätigt. Als Ergebnis der Studie, die die Bereiche „Bildungspolitische Ziele“, „Qualitätssicherung“, „Systemmanagement“, „Schulkultur“ und „Lehren und Lernen“, untersuchte, wurde festgestellt, dass sich das Saarland gemeinsam mit Thüringen und Bremen auf dem letzten Platz befindet.

GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler äußert dazu: „Wieder einmal hat die Schulpolitik der saarländischen Landesregierung eine Schlappe erlitten. Die Studie belegt, dass seit Jahren im Saarland eine falsche Weichenstellung in der Schulpolitik vorgenommen wurde und keine der von der Landesregierung groß angekündigten Maßnahmen zu einem nachhaltigen Erfolg geführt hat. Bezeichnenderweise ist es diesmal das Institut der Deutschen Wirtschaft, das dem Saarland schlechte Noten in der Schulpolitik gibt. Diesmal sind es nicht die Schülerleistungen, die untersucht worden sind, sondern eher bildungspolitische Aspekte und Schulmanagementfragen, in denen sich das Saarland kaum verbessert hat. Der bildungspolitische Fortschritt ist im Saarland eine Schnecke.“

Aus Sicht der GEW sind besonders drei Ergebnisse der Studie hervorzuheben, wonach sich das Saarland dringend verbessern muss, um überhaupt den Anschluss an andere Bundesländer zu schaffen:

Erstens, ist das Saarland besonders rückständig im Bereich der verpflichtenden Ganztagsschulangebote, die dringend weiter ausgebaut werden müssen

Zweitens, „fehlen im Saarland konkrete Regelungen zur Vermeidung des Sitzenbleibens“. Hier fordert die Studie, dass die Schulen durch den Gesetzgeber stärker aufgefordert werden müssen, die Versetzung im Regelfall anzustreben und gefährdete Schüler besonders zu fördern.

Drittens, fordert die Studie eine Verbesserung der integrativen sonderpädagogischen Förderung von behinderten Kindern in Regelschulklassen. Hier wird kritisiert, dass es im Saarland dazu nur eine unverbindliche Regelung gibt, anstatt eines verbindlichen Anspruchs auf integrative Beschulung.

Die GEW stellt für alle drei Bereiche seit Jahren klare Forderungen an die Landesregierung zur Verbesserung der Situation. Das Saarland hat nach wie vor das geringste Angebot an echten Ganztagsschulen aller Bundesländer. In der Sitzenbleiberquote liegt das Saarland im Vergleich zu anderen Bundesländern auf dem viertletzten Platz und eine echte Wahlfreiheit der Eltern zwischen integrativer Beschulung von behinderten Kindern und der Beschulung an einer Förderschule gibt es ebenso wenig.

Abschließend fordert GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler Bildungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auf, die Ergebnisse der Bildungsstudie ernst zu nehmen und sich dafür einzusetzen, dass im nächsten Landeshaushalt deutlich mehr Mittel für die schulische Bildung zur Verfügung gestellt werden. Auch in der Bildungsfinanzierung nimmt das Saarland im Vergleich der Bundesländer bislang den letzten Rangplatz ein.

 
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