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Pressemitteilung 20-2008

07.08.2008

 Schuljahresbeginn 2008/09
 GEW kritisiert mangelhafte Datentransparenz bei Lehrerneuein-
 stellungen und übergroßen Klassen an Gesamtschulen und
 Gymnasien im Saarland


Zu Beginn des Schuljahres 2008/09 (Schulbeginn Montag 11.08.2008) kritisiert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, die mangelhafte Datentransparenz der Kultusministerin bei der Zahl der neueingestellten Lehrkräfte an den allgemein bildenden und beruflichen Schule des Saarlandes. Aus den „Informationen zum Schuljahr 2008/09“, die der Presse zur Verfügung gestellt wurden, geht nicht hervor, wie viele Lehrkräfte zum neuen Schuljahr unbefristet auf neuen Planstellen eingestellt worden sind. Stattdessen werden dort Zahlen aufgeführt, die sich auch auf Aushilfslehrer und Vertretungskräfte beziehen. So werden z.B. für die Grundschulen als neu eingestellte Lehrkräfte 214 Personen angegeben, ohne zu sagen, dass davon rund 150 Personen nur befristet beschäftigt als Schwangerschaftsvertretungen mit Verträgen von unterschiedlicher Laufzeit und unterschiedlichem Stundenumfang abgespeist werden. Nach Berechnungen der GEW erhalten im Grundschulbereich lediglich 60 Junglehrer eine unbefristete dauerhafte Neueinstellung im Saarland. „Dies ist eine Folge der Grundschulschließungen als Sparmaßnahme der Landesregierung, die wir massiv kritisieren – auch in diesem Jahr werden wieder 63 Planstellen im Grundschulbereich gestrichen“, sagte GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler.

Bezogen auf alle Schulformen fordert die GEW Kultusministerin Kramp-Karrenbauer auf, eine hinreichende Datentransparenz in Bezug auf die Neueinstellungen zum Schuljahr 2008/09 zu schaffen. Dazu gehört eine exakte Unterscheidung zwischen unbefristet eingestellten Lehrkräften auf neue Planstellen und nur befristet eingestellten Aushilfslehrern.

Die GEW kritisiert des Weiteren die übergroßen Klassen an den Gesamtschulen und Gymnasien des Landes. Nach Angaben des Kultusministeriums haben die Gymnasien eine durchschnittliche Klassengröße von 27,3 Kindern (Vorjahr: 27,7) und die Gesamtschulen eine Klassengröße von 29,3 Kindern(Vorjahr: 27,8). Aus Sicht der GEW hat die Ankündigung der Ministerin, ab dem kommenden Jahr keine Klasse über 29 Schülerinnen und Schüler einzurichten, nicht dazu geführt, die durchschnittliche Klassengröße an den Gesamtschulen und Gymnasien des Landes spürbar abzusenken.

Im Gegenteil dazu haben die Gesamtschulen als einzige Schulform im Saarland noch einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Klassengröße auf über 29 Kinder pro Klasse zu verzeichnen. GEW-Chef Klaus Kessler kritisiert dies mit scharfen Worten: „ Die Ministerin beansprucht die Schulformen gleich zu behandeln und mehr Gerechtigkeit zwischen den einzelnen Schulformen herzustellen. Dabei benachteiligt sie in erheblichem Maße die saarländischen Gesamtschulen, die mittlerweile bundesweit die größten Klassen haben. Im Vergleich mit der Klassengröße an den Erweiterten Realschulen, die bei 22,4 Kindern liegt (Vorjahr: 23,1), ist dies eine riesige Ungerechtigkeit. Die Ministerin muss endlich der Benachteiligung der Gesamtschulen bei der Personalzuweisung ein Ende zu setzen. Frau Kramp-Karrenbauer muss zur Kenntnis nehmen, dass sich die saarländischen Gesamtschulen einer steigenden Nachfrage erfreuen und eine hohe Akzeptanz bei Schülern und Eltern erreicht haben. Zudem sind die Gesamtschulen gezwungen, infolge der verunglückten Einführung des G8 immer mehr sog. „Rückläufer“ aus dem G8-Gymnasium aufzunehmen. Auch diesem Umstand muss eine verstärkte Personalzuweisung zur Bildung kleinerer Klassen Rechnung tragen.“

Abschließend fordert GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler die Kultusministerin auf, endlich ihre ideologischen Scheuklappen in Bezug auf die Gesamtschule abzulegen und diese gegenüber den anderen Schulformen nicht weiter zu benachteiligen.

 
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