Kessler
kritisiert Lafontaine
Alter Wein in neuen Schläuchen“ Der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
(GEW), Landesverband Saarland, hat die Äußerung Oskar Lafontaines
beim Landesparteitag zur künftigen Finanzierung des öffentlichen
Dienstes im Saarland scharf kritisiert. Als Reaktion auf die Frage
von DGB-Chef Eugen Roth in seinem Grußwort, wie es denn die LINKE
zukünftig mit der Finanzierung des öffentlichen Dienstes halte, hat
Lafontaine geantwortet, dass es auch im Saarland künftig „keine
höheren Ausgaben als im Durchschnitt der anderen Bundesländer“ geben
werde. Nach Auffassung von GEW-Chef Klaus Kessler ist dies genau die
gleiche Aussage, wie sie Lafontaine in seiner Regierungszeit als
Ministerpräsident des Saarlandes benutzt hat, um drastische
Sparmaßnahmen im öffentlichen Dienst und hier insbesondere im Schul-
und Lehrerbereich zu rechtfertigen. Diese haben dazu geführt, dass
das Saarland bis heute im Bildungsbereich nur unterdurchschnittlich
ausgestattet ist.
Klaus Kessler sagte dazu wörtlich: „Hier wird alter Wein in neuen
Schläuchen präsentiert. Im Grunde heißt das, dass das Saarland als
armes Bundesland auch in Zukunft seine Bildungsausgaben nicht
steigern wird, da diese stets im Vergleich mit den anderen
Bundesländern gemessen werden. Genau diese Formulierung hat
Lafontaine in seiner Regierungszeit im Saarland stets verwandt, um
Sparmaßnahmen in der Bildung, wie die Kürzung von Unterricht, die
Streichung von Lehrerstellen und die Erhöhung der Lehrerarbeitszeit
durchzusetzen. Offensichtlich hat sich seine Einstellung in dieser
Hinsicht nicht geändert. Wenn der Vorsitzende der Linkspartei nicht
bereit ist, die Ausgaben für den Bildungsbereich deutlich auch über
den Durchschnitt der anderen Bundesländer im Saarland zu erhöhen,
damit wir endlich die rote Laterne in der Bildungsfinanzierung
abgeben, die wir auch unter der CDU-Regierung nicht losgeworden
sind, werden die Menschen vom Führer der Linkspartei in die Irre
geleitet. Verbesserungen in der Bildung können dauerhaft nur dadurch
erreicht werden, wenn mehr Geld investiert wird und wir uns eben
nicht am Mittelmaß der anderen Länder orientieren. Hinzu kommt noch,
dass alle Länder den Bildungsbereich als Steinbruch für
Sparmaßnahmen benutzt haben.“
Abschließend fordert Klaus Kessler Oskar Lafontaine dazu auf, sich
von seiner Äußerung, dass das Saarland sich keine höheren Ausgaben
als andere Länder leisten kann, bezogen auf den Bildungsbereich,
deutlich zu distanzieren. Ansonsten muss die Glaubwürdigkeit der
Umsetzung des bildungspolitischen Programmes der LINKEN durch Oskar
Lafontaine stark in Frage gestellt werden.