Kessler
GEW kirisiert Verschlechterungen der Bedingungen im
gemeinsamen Unterricht
"10 Jahre Sonderpädagogische Förderzentren im Saarland" Aus Anlass des zehnten Jahrestags der Einrichtung
Sonderpädagogischer Förderzentren im Saarland hat die Gewerkschaft
Erziehung und Wissenschaft (GEW) zusammen mit dem Institut für
Lehrerfortbildung (ILF) und der Arbeitskammer eine Tagung
veranstaltet. Die Tagung fand am 4. September im Bildungszentrum der
Arbeitskammer in Kirkel statt. Die hohe Teilnehmerzahl – fast 100
Lehrerinnen, Erzieherinnen und Eltern fanden den Weg nach Kirkel –
zeugte von dem regen Interesse an der Thematik.
Die Sonderpädagogischen Förderzentren wurden 1998 noch von der
damaligen SPD-Regierung eingerichtet. Ziel des Konzepts der
Förderzentren war es, den gemeinsamen Unterricht behinderter und
nicht behinderter Kinder in den Regelschulen zu stärken. In Kirkel
kritisierten zahlreiche Tagungsteilnehmer die zunehmenden
Verschlechterungen der Bedingungen für die schulische Integration
durch die CDU-Landesregierung. Diese drückt sich nicht alleine durch
eine unzureichende Lehrerzuweisung der Förderzentren aus, sondern
auch durch schulrechtliche Beschränkungen und fehlende
Fortbildungsveranstaltungen in diesem Bereich. Dadurch geraten
insbesondere sozial benachteiligte Kinder sowie Schülerinnen und
Schüler aus Migrantenfamilien, die vielfach auf
Sonderschulen/Förderschulen abgeschoben werden, ins Hintertreffen.
Die GEW kritisiert zudem das mangelnde Interesse am gemeinsamen
Unterricht durch das Kultusministerium. „Kein einziger Vertreter des
Ministeriums hat an der Veranstaltung teilgenommen, obwohl die
Einladung dazu rechtzeitig erging", sagte die Vorsitzende der
GEW-Fachgruppe Sonderpädagogische Berufe, Dr. Ilka Hoffmann.
Weiter sagte die Integrationsexpertin der GEW: „Der Umgang der
Landesregierung mit behinderten Kindern und Jugendlichen steht auch
im Widerspruch zur UN-Behindertenkonvention. Diese verlangt
ausdrücklich, „dass Menschen mit Behinderungen nicht auf Grund ihrer
Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden"".