Kleine-Klassen-Garantie
wird an Gesamtschulen nicht eingehalten
GEW: Gisela Rink hat im Landtag die Unwahrheit gesagt In der Regierungserklärung am vergangenen Mittwoch dieser Woche
erläuterte Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer die Umsetzung der
von Ministerpräsident Peter Müller angekündigten „
Kleine-Klassen-Garantie“ .
Danach „gilt für die Eingangsklassen der Gymnasien, Erweiterten
Realschulen und Gesamtschulen, dass sie nicht größer sind als die
Maximalgröße in den Grundschulklassen“.
Die beträgt zur Zeit 29 Schülerinnen und Schüler. In der
Landtagsdebatte zur Regierungserklärung sagte die bildungspolitische
Sprecherin der CDU, Gisela Rink,
dass es heute keine weiterführende Schule mehr im Saarland gibt, die
eine Eingangsklasse hat, die größer ist als die Maximalgröße einer
Grundschulklasse.
Laut GEW-Informationen ist dies nachweislich falsch. Die „Kleine-Klassen-Garantie“
gilt offensichtlich nicht für Gesamtschulen.
GEW Landesvorsitzender Klaus Kessler, der auch Vorsitzender des
Hauptpersonalrates der Gesamtschulen des Saarlandes ist, kritisiert
diese Aussage mit den Worten: “ Frau Rink hat im saarländischen
Landedesparlament die Unwahrheit gesagt. Die Gesamtschulen
Saarbrücken Rastbachtal, Saarbrücken Bellevue und Nohfelden -
Türkismühle haben in den Eingangsklassen mehr als 29 Schülerinnen
und Schüler. Hier wird die „Kleine-Klassen-Garantie“ nicht
eingehalten. Ich fordere Frau Rink auf, ihre Aussage zu
korrigieren.“
Die GEW weist außerdem darauf hin, dass von den 16 saarländischen
Gesamtschulen noch sechs Schulen mehr als 28 Schüler in den
Eingangsklassen haben und die Durchschnittsgröße dieser Klassen
landesweit bei 27,7 Kindern liegt. Rechnet man die aufsteigenden
Klassen mit dazu, haben die Gesamtschulen insgesamt eine
durchschnittliche Klassengröße von rund 28 Schülerinnen und
Schülern. Im Vergleich zu den Erweiterten Realschulen, die im
Durchschnitt 22 bis 23 Kinder in der Klasse haben, fühlen sich die
Gesamtschulen hier stark benachteiligt.
Ein besonderes Problem entsteht noch durch die „Abbrecher“ des G8
Gymnasiums, die an die Gesamtschulen wechseln wollen, um dort in 9
Jahren zum Abitur zu gelangen. Durch die großen Klassen haben nicht
alle Gesamtschulen genügend Aufnahmekapazitäten, diesen Schülern
eine zweite Chance zu geben. Entweder werden diese Schüler dann
abgewiesen oder der Klassenteiler wird überschritten.
Die GEW fordert die Ministerin auf, die „Kleine-Klassen-Garantie“
auch an den Gesamtschulen einzuhalten und darüber hinaus gehend bei
der Klassenbildung die Problematik der „Abbrecher“ des G8 stärker
als bisher zu berücksichtigen.
Klaus Kessler sagte dazu abschließend: „Idealerweise bräuchten wir
einen Klassenteiler von 25 an den Gesamtschulen. Wir wären aber
schon froh, wenn wir den gleichen Teiler für die Eingangsklassen
hätten wie das Schengen Lyzeum in Perl, der liegt bei 27 Schülern.“