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Pressemitteilung 24-2008

12.09.2008

 Kleine-Klassen-Garantie wird an Gesamtschulen nicht eingehalten
 GEW: Gisela Rink hat im Landtag die Unwahrheit gesagt

In der Regierungserklärung am vergangenen Mittwoch dieser Woche erläuterte Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer die Umsetzung der von Ministerpräsident Peter Müller angekündigten „ Kleine-Klassen-Garantie“ .

Danach „gilt für die Eingangsklassen der Gymnasien, Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen, dass sie nicht größer sind als die Maximalgröße in den Grundschulklassen“.

Die beträgt zur Zeit 29 Schülerinnen und Schüler. In der Landtagsdebatte zur Regierungserklärung sagte die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Gisela Rink,
dass es heute keine weiterführende Schule mehr im Saarland gibt, die eine Eingangsklasse hat, die größer ist als die Maximalgröße einer Grundschulklasse.
Laut GEW-Informationen ist dies nachweislich falsch. Die „Kleine-Klassen-Garantie“ gilt offensichtlich nicht für Gesamtschulen.

GEW Landesvorsitzender Klaus Kessler, der auch Vorsitzender des Hauptpersonalrates der Gesamtschulen des Saarlandes ist, kritisiert diese Aussage mit den Worten: “ Frau Rink hat im saarländischen Landedesparlament die Unwahrheit gesagt. Die Gesamtschulen Saarbrücken Rastbachtal, Saarbrücken Bellevue und Nohfelden - Türkismühle haben in den Eingangsklassen mehr als 29 Schülerinnen und Schüler. Hier wird die „Kleine-Klassen-Garantie“ nicht eingehalten. Ich fordere Frau Rink auf, ihre Aussage zu korrigieren.“

Die GEW weist außerdem darauf hin, dass von den 16 saarländischen Gesamtschulen noch sechs Schulen mehr als 28 Schüler in den Eingangsklassen haben und die Durchschnittsgröße dieser Klassen landesweit bei 27,7 Kindern liegt. Rechnet man die aufsteigenden Klassen mit dazu, haben die Gesamtschulen insgesamt eine durchschnittliche Klassengröße von rund 28 Schülerinnen und Schülern. Im Vergleich zu den Erweiterten Realschulen, die im Durchschnitt 22 bis 23 Kinder in der Klasse haben, fühlen sich die Gesamtschulen hier stark benachteiligt.

Ein besonderes Problem entsteht noch durch die „Abbrecher“ des G8 Gymnasiums, die an die Gesamtschulen wechseln wollen, um dort in 9 Jahren zum Abitur zu gelangen. Durch die großen Klassen haben nicht alle Gesamtschulen genügend Aufnahmekapazitäten, diesen Schülern eine zweite Chance zu geben. Entweder werden diese Schüler dann abgewiesen oder der Klassenteiler wird überschritten.

Die GEW fordert die Ministerin auf, die „Kleine-Klassen-Garantie“ auch an den Gesamtschulen einzuhalten und darüber hinaus gehend bei der Klassenbildung die Problematik der „Abbrecher“ des G8 stärker als bisher zu berücksichtigen.

Klaus Kessler sagte dazu abschließend: „Idealerweise bräuchten wir einen Klassenteiler von 25 an den Gesamtschulen. Wir wären aber schon froh, wenn wir den gleichen Teiler für die Eingangsklassen hätten wie das Schengen Lyzeum in Perl, der liegt bei 27 Schülern.“

 
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