GEW
zur Verbesserung der Hauptschullehrerbesoldung Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, hat die im Landtag beschlossene Verbesserung der
Hauptschullehrerbesoldung begrüßt, aber gleichzeitig die
Finanzierung dieser Maßnahme durch eine Absenkung von neu
einzustellenden Realschullehrkräften massiv kritisiert. Der
Landesvorsitzende der GEW, Klaus Kessler, sagte dazu: „Die Zahlung
einer ruhegehaltswirksamen Zulage in Höhe von 200 Euro für
Hauptschullehrkräfte an Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen
ist eine Teilverbesserung für die Lehrkräfte, die die gleiche Arbeit
verrichten wie die Realschullehrer. Bestehen bleibt nach wie vor
eine Ungleichheit in der Bezahlung von etwa 200 Euro, so dass immer
noch nicht nach dem von uns geforderten Grundsatz „gleicher Lohn für
gleiche Arbeit“ verfahren wird. Dennoch begrüßen wir diese Regelung
als Schritt in die richtige Richtung. Auf unsere strikte Ablehnung
stößt die Finanzierung dieser Maßnahme. In einer Zeit des eklatanten
Lehrermangels und des Wettbewerbs der einzelnen Bundesländer um
qualifizierte Lehrkräfte ist es geradezu fahrlässig, den neu
einzustellenden Lehrkräften weniger Geld zu zahlen als andere
Bundesländer. Bereits jetzt wandern zahlreiche Lehramtsabsolventen
in andere Bundesländer ab, wo ihnen bessere Einstellungsbedingungen
geboten werden als im Saarland. Die Absenkung der Eingangsbesoldung
wird diesen Abwanderungstrend noch verschärfen.“
Die GEW kritisiert grundsätzlich das Fehlen eines Personalkonzepts
zur Lehrerversorgung aller saarländischen Schulen für die nächsten
10 Jahre. Angesichts einer massiven Zunahme von
Ruhestandsversetzungen infolge der Altersstruktur der saarländischen
Lehrkräfte – ab 2014 geht jeder zweite in den Ruhestand – wird es zu
einer Verschärfung des Lehrermangels im Saarland kommen. Dieser
Situation muss die Landesregierung durch ein entsprechendes
Maßnahmenpaket entgegenwirken. Die GEW fordert hierzu die
Kultusministerin auf ein Konzept zum mittel- und langfristigen
Personalbedarf zur Sicherstellung der Unterrichtsversorgung an den
saarländischen Schulen in den nächsten 10 Jahren vorzulegen.
GEW-Chef Klaus Kessler sagte dazu abschließend: „Die Absenkung der
Lehrerbesoldung ist geradezu Gift für den Lehrerarbeitsmarkt im
Saarland. Ich befürchte allerdings, dass diese Maßnahme ein Einstieg
in die Absenkung der Lehrerbesoldung generell sein soll, was
allerdings unseren massiven Protest auf den Plan rufen wird.“