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Pressemitteilung 27-2008

06.11.2008

 13. Saarländischer Referendariatstag - GEW kritisiert Einstellungspolitik
 der saarländischen Landesregierung

Anlässlich des 13. Saarländischen Referendariatstages der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, der heute in Dudweiler stattfindet, kritisiert GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler die Lehrer-einstellungspolitik der saarländischen Landesregierung. Vor rund 100 angehenden Lehrerinnen und Lehrern sagte der GEW-Chef: „Es wird höchste Zeit, dass die Landesregierung ihre bildungspolitische Geisterfahrt beendet und dem Lehrernachwuchs im Saarland eine verlässliche berufliche Perspektive bietet. Anstatt unbefristete volle Beamtenstellen anzubieten, werden junge Lehrkräfte in zunehmendem Maße mit schlecht bezahlten befristeten Verträgen abgespeist. Zudem sollen neu einzustellende Realschullehrer in der Besoldung um 300 Euro abgesenkt werden, d.h., im Saarland werden die Lehrer schlechter bezahlt als in anderen Bundesländern. Durch solche Maßnahmen kann die Lehrerversorgung im Saarland nicht sichergestellt werden.“

Die GEW kritisiert weiter, dass infolge der Grundschulschließungen bis zu 300 Lehrerstellen eingespart worden sind, was zur Folge hat, dass von 200 Neubewerbungen nur 90 Junglehrer/innen in diesem Schuljahr eine unbefristete Stelle erhalten haben. Die GEW kritisiert weiter den zunehmenden Lehrermangel an den weiterführenden Schulen in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Arbeitslehre und Musik, wodurch es zu Unterrichtsausfall und einem Anstieg des fachfremden Unterrichtes kommt.

Zusätzlich werden verstärkt Referendare in der Ausbildung zum Schließen von Unterrichtslücken herangezogen. GEW-Chef Klaus Kessler kritisiert dies mit den Worten: „Kultusministerin Kramp-Karrenbauer hat kein Konzept, um dem anwachsenden Lehrermangel im Saarland zu begegnen. Stattdessen werden Referendare durch einen zunehmenden Einsatz in eigenverantwortlichem Unterricht als Lückenbüßer eingesetzt und als preiswerte Lehrerarbeitskräfte ausgebeutet.“

Die GEW fordert zur Verbesserung der Situation und zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufes insgesamt eine Aufstockung des Referendargehaltes von der derzeit 1.000 Euro auf mindestens 1.500 Euro, damit die angehenden Lehrer auch von ihrem Referendarseinkommen leben können.

Abschließend sagte Klaus Kessler: „Nach der Föderalismusreform hat das Saarland die Möglichkeit, seine Lehrkräfte in Landesverantwortung zu bezahlen. Um im Wettbewerb der Bundesländer qualifizierter Lehrkräfte bestehen zu können, muss das Saarland bessere Bedingungen anbieten, als andere Bundesländer, damit der Lehrernachwuchs bei uns gehalten werden kann und nicht in andere Länder abwandert. Zunehmend wird es schwieriger, qualifiziertes Lehrpersonal für die Schulen zu finden, da es auf dem Lehrerarbeitsmarkt eng wird, insbesondere in bestimmten Fächern. Die Landesregierung muss in Zukunft sicher stellen, dass genügend Lehrkräfte zur Unterrichtsversorgung für die Schulen zur Verfügung stehen.“

 
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