13.
Saarländischer Referendariatstag - GEW kritisiert
Einstellungspolitik
der saarländischen Landesregierung Anlässlich des 13. Saarländischen Referendariatstages der
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, der heute in Dudweiler stattfindet, kritisiert
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler die Lehrer-einstellungspolitik
der saarländischen Landesregierung. Vor rund 100 angehenden
Lehrerinnen und Lehrern sagte der GEW-Chef: „Es wird höchste Zeit,
dass die Landesregierung ihre bildungspolitische Geisterfahrt
beendet und dem Lehrernachwuchs im Saarland eine verlässliche
berufliche Perspektive bietet. Anstatt unbefristete volle
Beamtenstellen anzubieten, werden junge Lehrkräfte in zunehmendem
Maße mit schlecht bezahlten befristeten Verträgen abgespeist. Zudem
sollen neu einzustellende Realschullehrer in der Besoldung um 300
Euro abgesenkt werden, d.h., im Saarland werden die Lehrer
schlechter bezahlt als in anderen Bundesländern. Durch solche
Maßnahmen kann die Lehrerversorgung im Saarland nicht sichergestellt
werden.“
Die GEW kritisiert weiter, dass infolge der Grundschulschließungen
bis zu 300 Lehrerstellen eingespart worden sind, was zur Folge hat,
dass von 200 Neubewerbungen nur 90 Junglehrer/innen in diesem
Schuljahr eine unbefristete Stelle erhalten haben. Die GEW
kritisiert weiter den zunehmenden Lehrermangel an den
weiterführenden Schulen in den Fächern Mathematik, Physik, Chemie,
Biologie, Arbeitslehre und Musik, wodurch es zu Unterrichtsausfall
und einem Anstieg des fachfremden Unterrichtes kommt.
Zusätzlich werden verstärkt Referendare in der Ausbildung zum
Schließen von Unterrichtslücken herangezogen. GEW-Chef Klaus Kessler
kritisiert dies mit den Worten: „Kultusministerin Kramp-Karrenbauer
hat kein Konzept, um dem anwachsenden Lehrermangel im Saarland zu
begegnen. Stattdessen werden Referendare durch einen zunehmenden
Einsatz in eigenverantwortlichem Unterricht als Lückenbüßer
eingesetzt und als preiswerte Lehrerarbeitskräfte ausgebeutet.“
Die GEW fordert zur Verbesserung der Situation und zur Erhöhung der
Attraktivität des Lehrerberufes insgesamt eine Aufstockung des
Referendargehaltes von der derzeit 1.000 Euro auf mindestens 1.500
Euro, damit die angehenden Lehrer auch von ihrem
Referendarseinkommen leben können.
Abschließend sagte Klaus Kessler: „Nach der Föderalismusreform hat
das Saarland die Möglichkeit, seine Lehrkräfte in
Landesverantwortung zu bezahlen. Um im Wettbewerb der Bundesländer
qualifizierter Lehrkräfte bestehen zu können, muss das Saarland
bessere Bedingungen anbieten, als andere Bundesländer, damit der
Lehrernachwuchs bei uns gehalten werden kann und nicht in andere
Länder abwandert. Zunehmend wird es schwieriger, qualifiziertes
Lehrpersonal für die Schulen zu finden, da es auf dem
Lehrerarbeitsmarkt eng wird, insbesondere in bestimmten Fächern. Die
Landesregierung muss in Zukunft sicher stellen, dass genügend
Lehrkräfte zur Unterrichtsversorgung für die Schulen zur Verfügung
stehen.“