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Pressemitteilung 28-2008

12.11.2008

 GEW fordert Erhalt und Ausbau der gymnasialen Oberstufen an den
 Gesamtschulen

In der Diskussion um eine verbesserte Durchlässigkeit der Erweiterten Realschulen plant die saarländische Landesregierung die Einrichtung von Oberstufen-Gymnasien und einem so genannten Verbundsystem zwischen den Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen. Dadurch soll als Alternative zum 8-jährigen Gymnasium (G8) ein neunjähriger Bildungsgang (G9) bis zum Abitur zusätzlich angeboten werden.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, weist darauf hin, dass an 13 saarländischen Gesamtschulen bereits gymnasiale Oberstufen eingerichtet sind, die in neun Jahren (G9) bis zum Abitur führen. Diese Oberstufen existieren entweder als eigenständige gymnasiale Oberstufen an den Gesamtschulen oder in Kooperation von zwei Gesamtschulen oder einem Gymnasium. Diese Oberstufenmodelle haben sich sehr bewährt und die Gesamtschulen erfreuen sich einer zunehmenden Elternnachfrage bei den jährlichen Neuanmeldungen. Das führt sogar so weit, dass auch dieses Jahr wieder an zwei Gesamtschulen Plätze ausgelost werden mussten, da deren Kapazität nicht ausreichte, um alle Anmeldungen aufzunehmen.

Dies sind die Gesamtschulen in Nohfelden-Türkismühle und in Marpingen, die bereits heute in der Oberstufe jeweils die Klassen 11 und 12 haben und im nächsten Schuljahr die Klasse 13 am Standort einrichten können. Aus Sicht der GEW können dann beide Gesamtschulen ein vollwertiges Oberstufen-Angebot als G9 anbieten. Diese Oberstufen dürfen durch das neue Verbundmodell der Landesregierung nicht gefährdet werden.

GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler fordert die Landesregierung auf, bestehende und gut funktionierende Gesamtschulen Oberstufen-Angebote nicht durch neue Verbundkonstruktionen, die für die Erweiterten Realschulen diskutiert werden, zu zerstören. Wörtlich dazu sagte der GEW-Chef: „ Verbundlösungen sind dann sinnvoll, wenn noch keine Kooperation bestehen. Bestehende Kooperationen und eigenständige Gesamtschulen-Oberstufen dürfen nicht angetastet werden. Sollte die Landesregierung die Axt an die Gesamtschulen-Oberstufen legen, werden wir dem unseren entschiedenen Widerstand entgegen setzen.“

Abschließend weist die GEW noch einmal darauf hin, dass die Gesamtschulen nach KMK-Beschluss über die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse, dass die Gesamtschule eine Schulform ist, die die Sekundarstufe I und II umfasst, das heißt, an den Gesamtschulen sind alle drei Bildungsgänge - der Hauptschulbildungsgang, der Realschulbildungsgang und der Bildungsgang der zur allgemeinen Hochschulreife führt, integriert. Dies entspricht auch der Vereinbarung zwischen den Parteien im saarländischen Landtag zum sog. Großen Schulkompromiss aus dem Jahre 1996.“

 
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