GEW
fordert Erhalt und Ausbau der gymnasialen Oberstufen an den
Gesamtschulen In der Diskussion um eine verbesserte Durchlässigkeit der
Erweiterten Realschulen plant die saarländische Landesregierung die
Einrichtung von Oberstufen-Gymnasien und einem so genannten
Verbundsystem zwischen den Erweiterten Realschulen und
Gesamtschulen. Dadurch soll als Alternative zum 8-jährigen Gymnasium
(G8) ein neunjähriger Bildungsgang (G9) bis zum Abitur zusätzlich
angeboten werden.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband
Saarland, weist darauf hin, dass an 13 saarländischen Gesamtschulen
bereits gymnasiale Oberstufen eingerichtet sind, die in neun Jahren
(G9) bis zum Abitur führen. Diese Oberstufen existieren entweder als
eigenständige gymnasiale Oberstufen an den Gesamtschulen oder in
Kooperation von zwei Gesamtschulen oder einem Gymnasium. Diese
Oberstufenmodelle haben sich sehr bewährt und die Gesamtschulen
erfreuen sich einer zunehmenden Elternnachfrage bei den jährlichen
Neuanmeldungen. Das führt sogar so weit, dass auch dieses Jahr
wieder an zwei Gesamtschulen Plätze ausgelost werden mussten, da
deren Kapazität nicht ausreichte, um alle Anmeldungen aufzunehmen.
Dies sind die Gesamtschulen in Nohfelden-Türkismühle und in
Marpingen, die bereits heute in der Oberstufe jeweils die Klassen 11
und 12 haben und im nächsten Schuljahr die Klasse 13 am Standort
einrichten können. Aus Sicht der GEW können dann beide Gesamtschulen
ein vollwertiges Oberstufen-Angebot als G9 anbieten. Diese
Oberstufen dürfen durch das neue Verbundmodell der Landesregierung
nicht gefährdet werden.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler fordert die Landesregierung
auf, bestehende und gut funktionierende Gesamtschulen
Oberstufen-Angebote nicht durch neue Verbundkonstruktionen, die für
die Erweiterten Realschulen diskutiert werden, zu zerstören.
Wörtlich dazu sagte der GEW-Chef: „ Verbundlösungen sind dann
sinnvoll, wenn noch keine Kooperation bestehen. Bestehende
Kooperationen und eigenständige Gesamtschulen-Oberstufen dürfen
nicht angetastet werden. Sollte die Landesregierung die Axt an die
Gesamtschulen-Oberstufen legen, werden wir dem unseren entschiedenen
Widerstand entgegen setzen.“
Abschließend weist die GEW noch einmal darauf hin, dass die
Gesamtschulen nach KMK-Beschluss über die gegenseitige Anerkennung
der Abschlüsse, dass die Gesamtschule eine Schulform ist, die die
Sekundarstufe I und II umfasst, das heißt, an den Gesamtschulen sind
alle drei Bildungsgänge - der Hauptschulbildungsgang, der
Realschulbildungsgang und der Bildungsgang der zur allgemeinen
Hochschulreife führt, integriert. Dies entspricht auch der
Vereinbarung zwischen den Parteien im saarländischen Landtag zum
sog. Großen Schulkompromiss aus dem Jahre 1996.“