GEW
zu PISA-Ländervergleich
Bildungspolitik der Landesregierung bringt Abstieg statt Aufstieg Nach Veröffentlichung der Ergebnisse des PISA-Ländervergleichs,
in dem die Kompetenzen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in
Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen getestet worden sind,
stellt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),
Landesverband Saarland, fest, dass es im Vergleich der Bundesländer
kaum einen Fortschritt im Saarland gegeben hat. Anstatt in der
Rangfolge der Bundesländer auf einen höheren Rangplatz aufzusteigen,
ist das Saarland sogar noch weiter nach unten abgestiegen. Im Fach
Mathematik hatte das Saarland beim letzten PISA-Test den 6. Platz
eingenommen und landet beim jüngsten PISA-Test nur noch auf Platz
10. Im Fach Naturwissenschaften hatte das Saarland bislang den
Rangplatz 5 und rutscht beim aktuellen PISA-Test auf Rangplatz 9 ab.
In beiden Fächern liegt das Saarland unter dem Durchschnitt der
Bundesländer in Deutschland. Lediglich im Bereich der Lesekompetenz
verbesserte sich das Saarland von Platz 8 auf den heutigen Rangplatz
6.
GEW-Chef Klaus Kessler kommentiert in einer ersten Stellungnahme die
PISA-Ergebnisse mit den Worten: „Wer in der Liga der Bundesländer
heute schlechtere Rangplätze einnimmt als beim früheren Test, kann
schwerlich noch behaupten, in der Bildungspolitik ein Aufsteigerland
zu sein. Eine Ursache für das insgesamt schlechte Abschneiden des
Saarlandes im Ländervergleich ist die unzureichende
Finanzausstattung unseres Schulsystems und die übergroßen Klassen im
Sekundarbereich I. Dies betrifft besonders die Gymnasien und
Gesamtschulen. Beim Vergleich der Klassengrößen aller Bundesländer
nimmt das Saarland in der Sekundarstufe I mit einer
durchschnittlichen Klassengröße von 25,5 Schülerinnen und Schülern
den drittletzten Platz in Deutschland ein. Bezogen auf die
Gesamtschulen haben wir im Saarland mit einer durchschnittlichen
Klassengröße von 29,2 die größten Klassen in ganz Deutschland.
Schlecht sieht das Saarland auch bei den Bildungsinvestitionen aus.
Mit nur 4.700 Euro pro Schüler/in und Schuljahr investiert das
Saarland im Vergleich zu anderen Bundesländern am wenigsten in seine
Schulen. Das PISA-Gewinner-Bundesland Sachsen investiert dahingegen
5.800 Euro pro Jahr und Schüler/in. Das gesamte Schulsystem im
Saarland ist unterfinanziert und muss auf den Prüfstand.“
Nach wie vor ungelöst bleibt das Problem, dass die Bildungschancen
von Kindern im Saarland sehr stark von der sozialen Herkunft
abhängen. Das heißt, Kinder aus sozial schwachen Schichten und
Migrantenkinder haben deutlich weniger Chancen, einen höheren
Bildungsabschluss zu erwerben als andere.
Abschließend fordert die GEW die Landesregierung auf, deutlich mehr
Geld in das Bildungssystem zu investieren, damit das Saarland
zumindest Anschluss an den Durchschnitt der anderen Bundesländer
findet, die eine höhere Investitionsquote in diesem Bereich haben..