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Pressemitteilung 30-2008

18.11.2008

 GEW zu PISA-Ländervergleich
 Bildungspolitik der Landesregierung bringt Abstieg statt Aufstieg

Nach Veröffentlichung der Ergebnisse des PISA-Ländervergleichs, in dem die Kompetenzen der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen getestet worden sind, stellt die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, fest, dass es im Vergleich der Bundesländer kaum einen Fortschritt im Saarland gegeben hat. Anstatt in der Rangfolge der Bundesländer auf einen höheren Rangplatz aufzusteigen, ist das Saarland sogar noch weiter nach unten abgestiegen. Im Fach Mathematik hatte das Saarland beim letzten PISA-Test den 6. Platz eingenommen und landet beim jüngsten PISA-Test nur noch auf Platz 10. Im Fach Naturwissenschaften hatte das Saarland bislang den Rangplatz 5 und rutscht beim aktuellen PISA-Test auf Rangplatz 9 ab. In beiden Fächern liegt das Saarland unter dem Durchschnitt der Bundesländer in Deutschland. Lediglich im Bereich der Lesekompetenz verbesserte sich das Saarland von Platz 8 auf den heutigen Rangplatz 6.

GEW-Chef Klaus Kessler kommentiert in einer ersten Stellungnahme die PISA-Ergebnisse mit den Worten: „Wer in der Liga der Bundesländer heute schlechtere Rangplätze einnimmt als beim früheren Test, kann schwerlich noch behaupten, in der Bildungspolitik ein Aufsteigerland zu sein. Eine Ursache für das insgesamt schlechte Abschneiden des Saarlandes im Ländervergleich ist die unzureichende Finanzausstattung unseres Schulsystems und die übergroßen Klassen im Sekundarbereich I. Dies betrifft besonders die Gymnasien und Gesamtschulen. Beim Vergleich der Klassengrößen aller Bundesländer nimmt das Saarland in der Sekundarstufe I mit einer durchschnittlichen Klassengröße von 25,5 Schülerinnen und Schülern den drittletzten Platz in Deutschland ein. Bezogen auf die Gesamtschulen haben wir im Saarland mit einer durchschnittlichen Klassengröße von 29,2 die größten Klassen in ganz Deutschland.

Schlecht sieht das Saarland auch bei den Bildungsinvestitionen aus. Mit nur 4.700 Euro pro Schüler/in und Schuljahr investiert das Saarland im Vergleich zu anderen Bundesländern am wenigsten in seine Schulen. Das PISA-Gewinner-Bundesland Sachsen investiert dahingegen 5.800 Euro pro Jahr und Schüler/in. Das gesamte Schulsystem im Saarland ist unterfinanziert und muss auf den Prüfstand.“

Nach wie vor ungelöst bleibt das Problem, dass die Bildungschancen von Kindern im Saarland sehr stark von der sozialen Herkunft abhängen. Das heißt, Kinder aus sozial schwachen Schichten und Migrantenkinder haben deutlich weniger Chancen, einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben als andere.

Abschließend fordert die GEW die Landesregierung auf, deutlich mehr Geld in das Bildungssystem zu investieren, damit das Saarland zumindest Anschluss an den Durchschnitt der anderen Bundesländer findet, die eine höhere Investitionsquote in diesem Bereich haben..

 
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