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Pressemitteilung 35-2008

16.12.2008

 GEW fordert bessere Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer
 und mehr Zeit in der Schule

Die  Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, hat die Ankündigung von Innenminister Klaus Meiser, die Pensionsgrenze für Beamte im Saarland bei 65 Jahren zu belassen, für den Lehrerbereich begrüßt. Nach Auffassung des GEW-Landesvorsitzenden Klaus Kessler ist die Arbeitsbelastung der saarländischen Lehrkräfte in den letzten Jahren drastisch angestiegen, so dass jeder dritte Lehrer / jede dritte Lehrerin vor Erreichen der Altersgrenze aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schuldienst ausscheidet.

An die saarländische Landesregierung richtet der GEW-Chef den Vorwurf, die schulischen Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren durch Erhöhung der Lehrerarbeitszeit, übergroße Klassen, die Lehrplanverdichtung im G 8 und eine Ausweitung der außerschulischen Aufgaben deutlich verschlechtert zu haben. Wörtlich sagte dazu Klaus Kessler: „Der Schule werden heute immer mehr Aufgaben aufgebürdet, die in den Familien und in der Gesellschaft nicht mehr erfüllt werden. Die Lehrer sollen Sucht- und Gewaltprävention, Gesundheitsförderung, Konfliktlösung, Medien- und Demokratieerziehung leisten sowie die Schülerinnen und Schüler zu hohen fachlichen Leistungen befähigen. Eigentlich haben sie dazu gar keine Zeit in einem traditionellen Halbtagsschulsystem. Lehrer brauchen bessere Arbeitsbedingungen und mehr Zeit in der Schule, damit sie sich um all diese Dinge besser kümmern können. Erforderlich dazu ist eine neue Berechnung der Lehrerarbeitszeit, die sich nicht mehr ausschließlich an der Unterrichtsverpflichtung orientiert, sondern auch außerunterrichtliche Tätigkeiten in Rechnung stellt. Auch die Einrichtung eines echten Ganztagsschulsystems und der Ausbau von Schulsozialarbeit sind dringend zur Verbesserung der Situation erforderlich.“

Abschließend fordert die GEW die Landesregierung dazu auf, im Bereich der Gesundheitsprävention verstärkt Maßnahmen zur Erhaltung der Lehrergesundheit anzubieten. Hierzu gehören entsprechende Fortbildungsangebote zum Umgang mit schwierigen Schülern, zum Stressabbau sowie Coaching-Angebote für Kollegien und Supervision.

 
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