Der SLLV hat sich für ein zweigliedriges Schulsystem
im Saarland ausgesprochen. Danach soll es die Gesamtschule nicht mehr
geben.
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Gesamtschulen sind besser
Gesamtschulen nehmen alle SchülerInnen in ihrer Heterogenität
an und verzichten konsequent auf jede Selektion. Sie halten fest
an der Überzeugung, dass gemeinsames Lernen unterschiedlich
begabter SchülerInnen möglich ist und allen Beteiligten Vorteile
bringt. Das Bemühen um Integration und Chancengleichheit ist
Eckpfeiler der pädagogischen Arbeit an Gesamtschulen. Die
Erziehung zu eigenverantwortlichem Lernen nimmt dabei einen
besonderen Stellenwert ein.
Durch die PISA-Studie, die den Ländern mit integrativen
Schulsystemen durchweg vordere Rangplätze zuweist, werden die
bildungs- und gesellschaftspolitischen Prinzipien der Gesamtschule
eindrucksvoll bestätigt.
Anstatt jedoch von politischer Seite gefördert und ausgebaut zu
werden, hat die Gesamtschule im Saarland in den vergangenen Jahren
eine negative Entwicklung erfahren. Die Gründe dafür sind
vielfältig:
Seit Jahren werden
an Gesamtschulen weniger Lehrkräfte neu eingestellt als an
Erweiterten Realschulen und Gymnasien. Hierbei handelt es sich
um eine politisch gewollte Benachteiligung der integrativen
Schulform.
Die Stundentafel an
Gesamtschulen wurde einschneidend verändert. Besonders schwer
wiegen die Kürzungen im Bereich der Stunden für pädagogische
Maßnahmen (Klassenrat, Freie Arbeit, Tischgruppentraining,
Projektstunde).
Die
Lehrerarbeitszeit an Gesamtschulen wurde mehrfach erhöht.
Die im Schuljahr
2001/02 erstmals durchgeführten landesweiten zentralen
Abschlussprüfungen sind nicht Instrumente der Förderung, sondern
der Selektion. Sie stehen damit im Widerspruch zur Konzeption
der Gesamtschule und behindern deren Arbeit.
Die Fachgruppe Gesamtschule der GEW fordert daher von der
Landesregierung:
1. Gesamtschulen
müssen flächendeckend möglichst als Ganztagsschulen angeboten
werden.
2. Das gemeinsame
Lernen unterschiedlich begabter SchülerInnen sollte mindestens
bis zum 10. Schuljahr gewährleistet sein.
3. Die Entscheidung
über die Schullaufbahn eines Kindes sollte möglichst spät
fallen. Zur Durchführung selektiver Maßnahmen dürfen
Gesamtschulen deshalb nicht gezwungen werden.
4.
Fördermöglichkeiten zum Ausgleich von Defiziten müssen erhalten
und möglichst ausgebaut werden.
5. Gewalt- und
Suchtprävention sind unverzichtbarer Bestandteil der
Gesamtschularbeit. Gestaltungsfreiräume für die Durchführung
dieser Arbeit müssen garantiert werden.
Die von Gesamtschulen angestrebte soziale Integration kann nur
geleistet, wenn Schulsozialarbeit in ausreichendem Maße angeboten
werden kann.
Stunden für pädagogische Maßnahmen, in denen SozialarbeiterInnen
und Lehrkräfte nach gemeinsam erarbeiteten Konzepten
zusammenarbeiten können, werden dringend benötigt.
Wegen der Heterogenität der Schülerschaft spielen Formen des
Offenen Unterrichts an Gesamtschulen eine viel größere Rolle als
an Schulen des gegliederten Schulsystems. Die derzeit üblichen
Klassengrößen belasten Gesamtschulen somit stärker als andere. Die
doppelte Tutorenschaft für alle Klassen muss deshalb unbedingt
beibehalten bzw. wieder hergestellt werden.