Neuregelung bei der Schulbuchausleihe

Mit Rundschreiben vom 2. Dezember 2015 hat das Bildungsministerium eine Neuregelung bei der Schulbuchausleihe im Bereich Lektüren verfügt. Diese sieht vor, die Schulbuchausleihe vom Ministerium als verpflichtend...

vorgegebenen sowie die von den schulischen Fachkonferenzen bis spätestens 1. Februar festgelegten Werke zu beschränken.

Bei Deutschlehrkräften stößt diese Neuregelung auf großes Unverständnis; die Bildungsgewerkschaft GEW, Landesverband Saarland, kritisiert diese Regelung als praxisfern und pädagogisch fragwürdig.


GEW Landesvorsitzender Peter Balnis erklärt dazu: „Die Lehrkräfte wissen bis Anfang Februar noch nicht genau, welche Schüler_innen sie im kommenden Schuljahr unterrichten werden, weil das an den Schulen erst im Sommer endgültig geregelt wird. Mit der Neuregelung werden sie gezwungen, Entscheidungen für Schüler_innen zu treffen, die sie unter Umständen noch gar nicht kennen. Pädagogisch sinnvoll ist das nicht.“

In den Deutschlehrplänen für Gemeinschaftsschulen und Gymnasien wird gefordert, Schüler_innen an der Auswahl der im Unterricht behandelten Texte und Themen zu beteiligen und damit die Lesemotivation zu fördern. „Dieser Anspruch wird durch die Neuregelung jetzt ad absurdum geführt,“ meint Peter Balnis.

Und weiter: „Ein Aufgreifen aktueller gesellschaftlicher Fragen wie z.B. das Flüchtlingsthema oder aktueller gruppendynamischer Entwicklungen in den Klassen durch entsprechende Lektüren wird so deutlich erschwert, wenn nicht unmöglich gemacht. Wenn Lehrkräfte trotzdem aktuelle Themen aufgreifen und ihre Schüler_innen an der Lektüreauswahl beteiligen wollen, müssten sie dafür in Zukunft die Eltern zur Kasse bitten. Das ist unzumutbar und sozial fragwürdig.“

„Die GEW fordert das Bildungsministerium auf, die praxisferne und pädagogisch fragwürdige Neuregelung umgehend zu revidieren. Sie spricht sich dafür aus, beim bisherigen System einer Pauschale für Lektüren zu verbleiben, weil es sich in der Praxis bewährt hat und pädagogische Gestaltungsspielräume zur Leseförderung ermöglicht.“