Länder und Schulbuchverlage verzichten nun doch auf die
Entwicklung und den Einsatz von Spionagesoftware, die
auf Schulcomputern nach unerlaubten Kopien von
Lehrmaterialien suchen sollte. Die GEW begrüßt diesen
Verzicht ausdrücklich.
"Eine Scansoftware für Schulen wird nicht kommen", so
das bayerische Kultusministerium am Freitag in München.
Darauf hätten sich die 16 Bundesländer, vertreten durch
den Freistaat Bayern, und die Schulbuchverlage geeinigt.
Gleichzeitig sei beschlossen worden, gemeinsam nach
einer Lösung für den digitalen Einsatz von
Unterrichtswerken und -materialien im Unterricht zu
suchen.
Die GEW begrüßte diese Entscheidung: "Das Projekt mit
der geplanten Scansoftware hätte in die Irre geführt",
erklärte Marianne Demmer, Leiterin des
GEW- Vorstandsbereichs Schule. Beschäftigte an den
Schulen auszuforschen und Lehrkräfte unter
Generalverdacht zu stellen, hätte zu Unruhe an den
Bildungseinrichtungen geführt und die Rechte der
Beschäftigten verletzt.
Nun müsse eine Lösung gefunden werden, die
Rechtssicherheit schaffe. "Die Lehrkräfte müssen für die
Lehr- und Lernprozesse alle nötigen Infoquellen
professionell nutzen, die Inhalte nach pädagogischen und
didaktischen Gesichtspunkten aufbereiten und wiedergeben
können", so Demmer. "Wir bieten den Ländern und dem
Verband Bildungsmedien Gespräche über eine Vereinbarung
an, mit der diese Ziele erreicht und die Rechte der
Autoren und Verlage berücksichtigt werden." Die
Vereinbarung müsse alltagstauglich sowie
praxisorientiert sein und dürfe keinen bürokratischen
Aufwand an den Schulen verursachen.
Hintergrund:
Im Dezember 2010 hatten sich Verwertungsgesellschaften,
Schulbuchverlage und Länder vertraglich darauf
verständigt, in welchem Umfang und in welcher Weise
Kopien von Werken für den Unterrichtsgebrauch an Schulen
erstellt und genutzt werden können. Um etwaige
Urheberechtsverletzungen feststellen und ahnden zu
können, enthält der Vertrag auch die Verpflichtung,
spezielle Scansoftware – sogenannte "Schultrojaner“ –
einzusetzen, die Speichermedien an Schulen auf unerlaubt
digitalisierte Text-, Bild- und Tondokumente hin
untersuchen sollte.
Index Gute Arbeit Lehrberufe:
Belastung und Leistungsdruck steigen
Der Arbeitsplatz ist Stressfaktor Nummer Eins. Diese
vielleicht nur intuitive Vermutung wird nun von den
Umfrageergebnissen zum „Index Gute Arbeit 2011“ mit
harten Daten und Fakten belegt. Dabei sind Lehrerinnen
und Lehrer besonders gefährdet: Insgesamt 75 Prozent der
in Lehrberufen Arbeitenden geben beim Thema Arbeitshetze
an, dass ihre eigene Situation durch diesen Satz richtig
beschrieben werde.
35 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer gaben an, dass die
Aussage „Ich muss auch zu Hause an Schwierigkeiten
bei der Arbeit denken“ auf sie voll und ganz zu
treffe, bei 40 Prozent treffe sie „eher zu“. 22
Prozent der Lehrkräfte meinten hingegen, die
Beschreibung treffe „eher nicht zu“, und nur 3
Prozent, das treffe auf sie „überhaupt nicht zu“.
Lehrkräfte seien auch im Privatleben stark mit ihren
beruflichen Problemen beschäftigt. In der Kategorie
„Dauerpräsenz beruflicher Probleme“ stellen sie in
der Auswertung nach Berufsgruppen den weitaus
höchsten Anteil. Der Wert korrespondiere mit dem
hohen Anteil Lehrender, denen es schwer falle, nach
der Arbeit abzuschalten. Insgesamt 58 Prozent (je 29
Prozent »Trifft voll und ganz zu« und »Trifft eher
zu«) der Lehrkräfte gehören laut Umfrage zu dieser
Gruppe. Ein Anteil, der höher als in jeder anderen
Berufsgruppe und deutlich über dem Durchschnittswert
(34 Prozent) für alle Beschäftigten bundesweit
liege.
Die Dauerpräsenz beruflicher Schwierigkeiten stehe
auch damit im Zusammenhang, dass von Lehrenden in
besonders starkem Maße verlangt werde, auch in der
Freizeit für betriebliche Belange erreichbar zu
sein. Insgesamt 56 Prozent der in Lehrberufen
Beschäftigten geben laut Umfrageergebnis an, dass
diese Arbeitsanforderung sehr häufig (29 Prozent)
oder oft (27 Prozent) an sie gestellt werde. Auch in
diesem Bereich liege somit der Anteil dieser
Berufsgruppe (56 Prozent) deutlich über dem
Durchschnittswert für alle¬ Beschäftigten (27
Prozent).
Die vorliegenden Ergebnisse belegten eindeutig, dass
die Belastungen in allen Berufsgruppen steige: 63
Prozent der Beschäftigten gaben an, dass sie seit
Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten
müssen und 52 Prozent fühlen sich sehr häufig
gehetzt. Fast die Hälfte der befragten Arbeitnehmer
und Arbeitnehmerinnen gehen mindestens zwei mal im
Jahr auch dann zur Arbeit, wenn sie sich richtig
krank fühlen. Mit 57 Prozent seien es vor allem die
Beschäftigten im Baugewerbe, die auch krank zur
Arbeit gingen, gefolgt von den Gesundheits- und
Sozialberufen mit 56 Prozent und mit 55 Prozent die
Beschäftigten im Bereich Erziehung und Unterricht.
Die von der DGB-Index GmbH in Auftrag gegebene und
vom Umfragezentrum Bonn (uzbonn) 2011 durchgeführt
Erhebung basiert auf den Angaben von 6.083 abhängig
Beschäftigten zum Thema „Arbeitshetze –
Arbeitsintensivierung – Entgrenzung“. Befragt wurden
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus allen
Branchen, Einkommens- und Altersgruppen, Regionen,
Betriebsgrößen, Wirtschaftszweigen und
Beschäftigungsverhältnissen, gewerkschaftlich
Organisierte wie Nicht-Mitglieder. Die Angaben der
Angehörigen der wichtigsten Beschäftigtengruppen
sind mit jeweils dem Anteil ins Umfrageergebnis
eingeflossen, der ihrem bundesweiten Anteil an der
Arbeitnehmerschaft entspricht. Das vorliegende
Ergebnis ist damit repräsentativ für das Urteil der
Beschäftigten über ihre Arbeitsbedingungen in
Deutschland.
Der Landesvorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Peter
Balnis würdigt den Vorrang der Bildung im
Koalitionsvertrag und begrüßt die Absichtserklärung der
Landeregierung, die Ausgaben im Bildungsbereich
überdurchschnittlich zu steigern und auf 30% des
Landeshaushalts anzuheben. Damit können ...
Die GEW Saarland hat bei der laufenden Tarifrunde Flagge gezeigt.
ca. 6000 Personen beteiligten sich am
Warnstreik.
Auf dem Tblisser Platz äußersten die etwa 6000
Streikenden, mit Fahnen, Trillerpfeiffen und
Trans- parenten ihren Unmut über das bisherige
Angebot der
Arbeitgeber.
An dem eintägigen Warnstreik haben sich nach Angaben
von verdi, GEW und dbb insgesamt ca. 6000 Personen
beteiligt. In zahlreichen Städten und Gemeinden blieben
Ämter, Kindertagesstätten und andere kommunale
Einrichtungen geschlossen. In 5 Demonstrationszügen
bewegten sich die Warnstreikenden aus allen Teilen des
Saarlandes auf den zentralen Kundgebungsplatz vor dem
Staatstheater in Saarbrücken zu.
Peter Balnis, Landesvorsitzender der GEW freute sich
über die hohe Beteiligung der Beschäftigten des Sozial-
und Erziehungsdienstes und sagte zu den
Kundgebungsteilnehmern: „Wir lassen nicht zu, dass
die Arbeitgeber auf unsere Kosten ihre Haushalte
sanieren. Unsere Streiks geben darauf eine klare
Antwort. Wenn die Arbeitgeber diese Botschaft nicht
verstehen und am 28. März kein verhandlungsfähiges
Angebot vorlegen, dann kommen wir wieder. Unsere Geduld
ist begrenzt; unser Mut für einen guten Tarifabschluss
zu kämpfen ist es nicht."
Aktuelles BAG-Urteil zur Urlaubsstaffelung nach Lebensalter (TVöD)
Das Bundesarbeitsgericht hat am 20.3.2012 hinsichtlich der tariflichen Regelung der Urlaubsdauer
entschieden, dass die Urlaubsstaffelung nach dem Lebensalter in §26 Abs.1 S.2 TVöD gegen das
Verbot der Altersdiskriminierung verstößt. Die unterschiedliche Urlaubsdauer nach dem TVöD
von Beschäftigten unter 30 Jahren (26 Arbeitstage), zwischen 30 und 39 Jahren (29 Arbeitstage)
sowie ab 40 Jahren (30 Arbeitstage) habe keinen Bestand vor dem
Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
Die Diskriminierung kann nur durch eine Anpassung „nach oben“ beseitigt werden. Der Urlaubsanspruch
beträgt somit einheitlich 30 Tage im Jahr.
Im TV-L und im Beamtenrecht finden sich identische Regelungen. Es ist daher zu erwarten, dass das
Urteil auch für diese Bereiche Konsequenzen haben wird. Wir weisen vorsorglich daraufhin, dass aufgrund
abweichender Urlaubsregelung für Lehrkräfte bei einer differenzierten Bewertung zwischen den verschiedenen
Beschäftigtengruppen unterschieden werden muss.
Sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, werden wir eine genauere rechtliche Bewertung vornehmen.
Zwischenzeitlich empfehlen wir, vorsorglich beim Arbeitgeber den vollen Urlaubsanspruch für 2012 sowie die
Übertragung des Resturlaubs aus 2011 geltend zu machen. ...
In ihren Wahlprogrammen zur anstehenden Landtagswahl
versprechen alle saarländischen Parteien, die
Verbesserung der Bildung zu einem Schwerpunkt ihrer
Politik zu machen. Für die GEW zählen aber nicht
Versprechungen und Selbstinszenierungen im Wahlkampf,
sondern die Taten, die nach dem Wahltag folgen werden.
Für eine gute Schulpolitik gäbe es drei entscheidende
Indikatoren. ...
Technische
Höchstleistungen und wissenschaftliche Erkenntnisse
fallen nicht vom Himmel, sie sind das Ergebnis guter
Bildung. Dabei sind die frühen Bildungs- erfahrungen
wichtig und wertvoll. Dies wird im einminütigen
GEW-Videoclip "Alles beginnt mit guter Bildung"
deutlich.
Die
neu gegründete Initiative "Fair Childhood –
GEW-Stiftung Bildung statt Kinderarbeit" will
dazu beitragen, dem Verbot der Kinderarbeit Geltung
zu verschaffen und das Recht aller Kinder auf
Bildung zu verwirklichen. Mit Hilfe der Stiftung
sollen Projekte in die Praxis umgesetzt werden, die
Kindern statt Arbeit den Schulbesuch ermöglichen.
in oben bezeichneter Angelegenheit gibt die
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),
Landesverband Saarland, nachfolgende Stellungnahme
ab:
Die Neufassung der Verordnung ermöglicht den Schulen
die Möglichkeit zur Ausprägung eines
schulspezifischen Profils durch die Einrichtung von
Zweigen ...
Mit dem Scheitern der Jamaika-Koalition scheidet Klaus
Kessler nach nur zweijähriger Amtszeit als
Bildungsminister aus der Landesregierung aus. Die
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),
Landesverband Saarland, bedauert die unwürdigen Umstände
des Ausscheidens und zieht eine durchwachsene Bilanz
seiner Amtszeit. ...
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, begrüßt grundsätzlich die Bemühungen des Bildungsministeriums
zur Reduzierung des Unterrichtsausfalls an beruflichen Schulen im Saarland.
Wir machen aber darauf aufmerksam, dass dies nicht auf Kosten der Unterrichtsqualität gehen darf. ...
Die Bildungsgewerkschaft GEW lehnt die neue Regelung am Neunkircher Krebsberggymnasium, wonach auf dem Schulhof in den Pausen nur noch Deutsch gesprochen werden darf, entschieden ab.
GEW Landesvorsitzender Peter Balnis: „Die deutsche Sprache als Umgangssprache in der Schule festzuschreiben schafft Ignoranz ...